Geschichten von Menschen zeichnen Making-of „Empfangskomitee“

Illustratorin Jana Kreisl gibt Einblicke in die Entstehung ihrer Comic-Reportage für „Hallo Nachbar“ und verrät, was sie besonders berührt hat.

23. März 2026
Eine Illustratorin sitzt an ihrem Schreibtisch mit Apple Pen in der Hand. Im Hintergrund sind verschiedene illustrierte Bilder an der Wand.

Vom ersten Anruf zur fertigen Seite: Das Making-of

Die Comic-Reportage „Empfangskomitee“ in der neuen Hallo Nachbar erzählt berührende Geschichten von Menschen, die auf unterschiedlichen Wegen Verbindungen in ihre Herkunftsländer aufrechterhalten. Aber wie entsteht so ein dokumentarischer Comic eigentlich? Wir haben bei Illustratorin und Autorin der Titelgeschichte Jana Kreisl nachgefragt und sie hat uns mit hinter die Kulissen ihres kreativen Prozesses genommen.

Was ist eine Comic-Reportage?

Eine Comic-Reportage, oft auch als dokumentarischer Comic oder Graphic Journalism bezeichnet, verbindet journalistische Recherche mit der erzählerischen Kraft von Illustrationen. Sie basiert auf echten Interviews und Fakten, die visuell übersetzt werden. Durch diese Kombination aus Text und Bild entsteht eine besondere Nähe zu den Menschen und ihren Geschichten. So macht eine gute Comic-Reportage komplexe Themen zugänglich und eröffnet neue Perspektiven auf soziale und gesellschaftliche Zusammenhänge.Comic-Reportagen – auch dokumentarische Comics oder Graphic Journalism genannt – verbinden journalistische Recherche mit der erzählerischen Kraft von Illustrationen. Sie basieren auf echten Interviews, Beobachtungen und Fakten, die in eine visuelle Form übersetzt werden. Durch die Kombination aus Text und Bild entsteht eine besondere Nähe zu den Menschen und ihren Geschichten. Das Genre macht komplexe Themen zugänglich und eröffnet neue Perspektiven auf soziale und gesellschaftliche Zusammenhänge. 

Am Anfang steht das Gespräch

Alles beginnt mit den Geschichten der Menschen. Für die Comic-Reportage führte Jana Kreisl alle Interviews mit den Protagonist*innen am Telefon, um ganz nah an den Erzählungen zu sein. Nach dem Transkribieren der Gespräche entsteht eine erste Textversion: die Grundlage für alles Weitere. Ein Prozess, der viel Einfühlungsvermögen verlangt.

Auf einem Bildschirm läuft eine Sprachaufnahme. Rechts daneben ein Blatt mit Notizen.

Die ersten Skizzen

Nach den Gesprächen entstehen erste grobe Skizzen. Mit schnellen Strichen fängt die Illustratorin hier die Atmosphäre der Geschichten ein und entwickelt ein Gefühl für die Bildsprache und die Komposition der späteren Seiten. Es geht darum, die Kernaussagen der Interviews in erste visuelle Ideen zu übersetzen.
 

Ein Blatt mit verschiedenen Skizzen. Links istzt eine Frau an Kissen angelehnt mit Smartphone in der Hand. Rechts oben läuft dieselbe Frau und zieht einen Koffer hinter sich. Rechts unten ein Ausschnitt von Brillengläsern und eine Notiz "Nur 1-2 Sätze"

Das Layout für Text und Bild

Im nächsten Schritt werden die finalen Texte in die Zeichnungen integriert. Wo stehen die Sprechblasen? Wie lang dürfen die Textboxen sein? In dieser Phase verschmelzen Text und Bild zu einem ersten Layout – die Struktur der Comic-Reportage entsteht.

Zum Schluss folgt die Reinzeichnung. Am iPad arbeitet Jana Kreisl die Illustrationen detailliert aus, fügt Farben hinzu und verleiht den Charakteren und Szenen ihren endgültigen Ausdruck. Aus Skizzen und Texten entsteht so die fertige, lebendige Seite.
 

Eine Ansammlung an losen Blättern. Auf dem obersten Blatt ist eine Skizze zu sehen von einem Auto und einem Mann mit Handy am Ohr.
Links liegen mehrere Blätter mit Skizzen übereinander, rechts liegt ein Tablet-PC mit Zwischenstand der jeweiligen Ausarbeitung.

Eine Leidenschaft für wahre Geschichten

Woher kommt diese Faszination für das dokumentarische Zeichnen? 


„Gezeichnet, kreativ gearbeitet und mir Geschichten ausgedacht habe ich schon immer.“


Diese Leidenschaft führte Jana Kreisl zum Illustrationsstudium an die Kunsthochschule Kassel, wo sie ihren Schwerpunkt auf dokumentarische Comics legte. Heute lebt und arbeitet die Illustratorin in Berlin und beschreibt ihre Arbeit als „Visual Storytelling“. Ihr Ziel ist es, Menschen eine Stimme zu geben und komplexe Themen zugänglich zu machen. Eine Philosophie, die perfekt zu Hallo Nachbar passt.
 

Ein Projekt, das berührt

Die Arbeit an der Comic-Reportage „Empfangskomitee“ war für Jana Kreisl mehr als nur ein Auftrag. Es waren die persönlichen Begegnungen, die das Projekt so besonders machten. 
 

„Mich haben die Menschen und ihre Geschichten total berührt und auch die Offenheit. Das hat sich ganz kostbar angefühlt.“ 


Ein Gefühl, das man in jeder Zeichnung spüren kann.

Die vollständige Comic-Reportage „Empfangskomitee“ können Sie sich hier  ansehen.

Mehr über die Arbeit von Jana Kreisl, weitere Projekte und ihr beeindruckendes Portfolio als Illustratorin, Autorin und Graphic Recorderin finden Sie auf ihrer Website: 
www.janakreisl.de

Portrait von der berliner Illustratorin Jana Kreisl

Bilder: Jana Kreisl


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