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Gesobau

Das Schlichtungsbüro: Wenn Nachbar*innen streiten

Wo viele Menschen zusammenleben, gibt es auch mal Streit zwischen Nachbar*innen. Manchmal kann man die Sache direkt klären. Doch manchmal braucht es Unterstützung. Dann hilft das Schlichtungsbüro.

Ein junger Mann wohnt in einem Hochhaus. Er arbeitet im Schichtdienst. Wenn er nachts arbeiten muss, schläft er tagsüber. Über ihm wohnt ein älteres Paar. Es hat drei erwachsene Töchter, die einmal pro Woche mit ihren Kindern zu Besuch kommen. Wenn alle gleichzeitig in der Wohnung sind, kann es ab und an lauter werden. Die Kinder spielen, die Erwachsenen unterhalten sich – ein Familientreffen eben. Oder auch: akute Lärmbelästigung, wenn man schlafen muss. 

Fälle wie diesen hat Hans-Jürgen Weber oft erlebt. Er ist seit mehreren Jahren für das Schlichtungsbüro der GESOBAU tätig. Ehrenamtlich, wie auch die anderen Teammitglieder. „Wenn es Probleme zwischen Mieter*innen gibt, beeinträchtigt das massiv das allgemeine Wohlbefinden“, sagt er. „Sie beschweren sich dann bei ihren Kundenbetreuer*innen. Aber es ist nicht deren primäre Aufgabe, Konflikte zu lösen.“ 

Neutrale Vermittlung zwischen streitenden Nachbar*innen

Dafür gibt es das Schlichtungsbüro: Mieter*innen der GESOBAU können sich kostenlos an die Konfliktberater*innen wenden und um neutrale Vermittlung in Streitfällen bitten. Nach Webers Erfahrung ist Lärm der häufigste Grund für Konflikte. „Während der Pandemie sind die Menschen noch empfindlicher geworden“, sagt Weber. Klar, wer viel zu Hause ist, bekommt mehr von den Nachbar*innen mit – das kann schnell nerven.

Im Falle des jungen Mannes nervte die Geräuschkulisse nicht nur, sie beeinträchtigte die Fähigkeit, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. „Er hat dann selbst das Gespräch mit den Nachbar*innen gesucht“, erinnert sich Hans-Jürgen Weber. „Doch leider erfolglos. Es wurde keine gemeinsame Basis gefunden.“ Eine Kundenbetreuerin vermittelte den Mann an das Schlichtungsbüro. „Er hat uns sein Problem geschildert, und wir haben ihm angeboten, dass wir das Paar kontaktieren.“ 

Nachbarschaftsstreit mit Happy End

Die Familie reagierte positiv und war aufgeschlossen für ein Vermittlungsgespräch. Ihr war an einer guten Nachbarschaft gelegen. Einen Monat nach der ersten Kontaktaufnahme fand das Gespräch zwischen dem jungen Schichtarbeiter und der Frau des Paares statt. Hans-Jürgen Weber sagt: „Wir haben im Schlichtungsbüro ein gutes Gespräch geführt. Beide Seiten haben ihre Perspektive dargestellt.“ Der junge Mann habe Verständnis für die Familientreffen gezeigt, aber auch darum gebeten, Rücksicht auf ihn zu nehmen. Das habe die Frau eingesehen. 

„Wir haben dann versucht, Alternativen zu finden“, sagt Hans-Jürgen Weber. „Das war eigentlich recht einfach.“ Die Lösung: Bei gutem Wetter trifft sich die Familie auf dem Spielplatz vor dem Hochhaus, bei schlechtem auch mal bei den Töchtern. Im Schnitt finden die Familientreffen nur noch einmal im Monat bei den Eltern statt. Ein guter Kompromiss. „Wir haben danach nichts mehr davon gehört“, sagt Weber. Die Schlichtung war erfolgreich. 

Nicht immer gelingt es den Konfliktberater*innen, gemeinsam mit beiden Parteien eine Lösung zu finden. Doch die Chancen stehen gut: 70 Prozent aller Fälle werden gelöst. Aktuell sucht das Schlichtungsbüro nach neuen Teammitgliedern, die Interesse haben, die wichtige Arbeit des Büros fortzuführen und mitzugestalten. Bewerben Sie sich per E-Mail unter: kontakt-mitstreiter@kdwelt.de

Das Schlichtungsbüro der GESOBAU ist für Mieter*innen jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr erreichbar – telefonisch unter 030 41508588 oder persönlich und ohne Terminabsprache in der GESOBAU-Nachbarschaftsetage im Märkischen Viertel am Wilhelmsruher Damm 124.


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