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Wolfgang Winter in seinem Hofgarten

Im Kiez

Wohlfühloase: Wolfgang Winters Hofgarten in Pankow

Wolfgang Winter pflegt ehrenamtlich den Hofgarten an der Schonenschen Straße 7/7a in Pankow. Sein Ziel: Die ganze Nachbarschaft soll in einem schönen Umfeld leben.

16 Jahre lang war Wolfgang Winter Mitglied der GESOBAU-Stiftung. Noch viel länger pflegt er ehrenamtlich den Hofgarten an der Schonenschen Straße 7/7a in Pankow. Dort hat er eine grüne Oase geschaffen, die nicht nur zum Ausruhen einlädt, sondern auch das Klima in den angrenzenden Wohnungen positiv beeinflusst.

An der Brandmauer wächst Efeu, fast bis nach ganz oben. Vögel sind zu hören, ansonsten herrscht grüne Ruhe. Drei große Laubbäume spenden Schatten, ein Hortensienstrauch leuchtet rosa, Taglilien geben ihr letztes Orange. Bald werden Flox und Astern blühen. Der Hofgarten auf dem Grundstück zwischen der Schonenschen Straße 7/7a und der Wisbyer Straße 68 ist ein verwunschener Ort. Kaum zu glauben, dass man hier mitten in der Stadt ist, die U-Bahn-Station Schönhauser Allee gleich um die Ecke.

Gärtnern fürs Gemeinwohl

Wolfgang Winter hat den Garten angelegt. Mit seiner Familie zog er 1971 in eine der Wohnungen in der Schonenschen Straße 7a. Wenig später übernahm er ehrenamtlich die Pflege des 415 Quadratmeter großen Hofgrundstücks. Dort lag damals überall Schutt herum. „Im Zweiten Weltkrieg waren die Häuser von einer Luftmine zerstört worden“, sagt er. Nach dem Krieg habe man die Vorderhäuser zwar wiederaufgebaut, nicht aber die Seitenflügel. Der restliche Schutt wurde dann gleichmäßig auf dem Hof verteilt. Pflanzlöcher mussten deshalb mit Hammer und Meißel in den Boden getrieben werden. „Wenn nicht zusätzlich Erde aufgeschüttet worden wäre, hätte hier kaum etwas wachsen können“, sagt Winter.

„Ich möchte, dass wir alle hier in einem schönen Umfeld leben.“

Wolfgang Winter, der bis zu seiner Pensionierung als Chemieingenieur gearbeitet hat, verbringt viel Zeit im Garten, viele Stunden in der Woche. „Ich mache das nicht für mich allein, ich möchte, dass wir alle hier in einem schönen Umfeld leben“, sagt er. Im Garten können die Mieter*innen sich erholen. Sogar das Klima in den angrenzenden Wohnungen werde durch die Pflanzen und Bäume positiv beeinflusst.

Die meisten Pflanzen, die im Hofgarten wachsen – und das wurden mit den Jahren immer mehr –hat Wolfgang Winter privat bezahlt. „Immer mal wieder musste ich außerdem welche ersetzen, weil sie im Winter erfroren oder bei Bauarbeiten zerstört worden sind“, sagt er. Nach der Wende hat dann auch die GESOBAU sein Projekt unterstützt, mehrere Fahrradständer und eine Bank aufgestellt, die Einfassung des Müllplatzes erneuert und die Wege neu gepflastert.

Jahrelanges Engagement in der Stiftung: Für ein lebenswertes Miteinander

Neben seiner ehrenamtlichen Arbeit im Garten war Wolfgang Winter 16 Jahre lang im Kuratorium der GESOBAU-Stiftung aktiv. Aus Altersgründen hat er dieses Amt erst kürzlich aufgegeben. Hier ging es um die Förderung gemeinnütziger Institutionen wie Schulen, Kindergärten, Jugend- und Sportvereine sowie der Seniorenarbeit in den Wohngebieten der GESOBAU. Mit finanziellen Mitteln aus dem Vermögen der Stiftung konnte geholfen werden. Dabei haben der Vorstand und die Mitglieder des Kuratoriums gemeinsam entschieden, wer welche Mittel bekommt. „Ich habe die Stiftung gern unterstützt,“, sagt Winter. Die Arbeit im Kuratorium habe ihn in die glückliche Lage versetzt, mithelfen zu dürfen, wo schnelle unbürokratische Hilfe notwendig war und andere Hilfsangebote ausgeschöpft waren.

Die Arbeit im Garten will Wolfgang Winter, der inzwischen 78 Jahre alt ist,  so lange wie möglich fortsetzen. Jetzt im Sommer muss vor allem gewässert und gehackt werden. Im Herbst ist dann wieder viel zu tun. Sträucher müssen beschnitten, neue Pflanzen eingesetzt und das Laub weggeräumt werden. „Mich hält diese Arbeit fit und wenn sich dann einige Nachbar*innen auch noch bei mir bedanken und mich hin und wieder sogar unterstützen, freut mich das“, sagt Winter.


Aufmacherbild: Ein Hofgarten in dem man gerne verweilt – dank dem Engagement von Wolfgang Winter; Foto: Verena Brüning


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