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Blick in den Kühlschrank
Zu Hause

Gehören Tomaten in den Kühlschrank?

Wer seine Einkäufe richtig lagert, verschwendet weniger Lebensmittel und spart Geld. Wir geben Tipps für eine kluge Vorratshaltung

Tomaten schmecken nach wenigen Tagen mehlig und fade, Gurken sind nicht mehr knackig. Das eben noch frische Brot vom Bäcker wird trocken, und manche Früchte sind schnell braun oder matschig. Viel zu schnell landen Lebensmittel im Müll, weil sie nicht mehr genießbar sind. Pro Jahr fallen rund 6,1 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle in deutschen Privathaushalten an. Das ist das Gewicht von etwa 4,5 Tausend Kleinwagen! Die gute Nachricht ist: Ein Großteil dieser Verschwendung lässt sich vermeiden, indem man Lebensmittel richtig lagert. Dabei sind ein paar Dinge zu beachten.

Lagerung im Kühlschrank

Im Kühlschrank ist es nicht überall gleich kalt, es gibt verschiedene Kältezonen (siehe Abbildung). Im oberen Fach sind Käse, angebrochene Lebensmittel und frisch zubereitete Speisen am besten aufgehoben. Käse hält sich länger, wenn er nicht in luftdichtes Plastik gewickelt wird. Es sind Materialien geeignet, die ihn „atmen“ lassen, wie ein Wachstuch oder lebensmittelfreundliches Papier.

Im mittleren Fach lagert man Milchprodukte wie Joghurt oder Quark. Eier dürfen hier auch Platz finden oder landen in den entsprechenden Vorrichtungen der Kühlschranktür, die es in vielen Kühlschränken gibt. Egal, wo die Eier gelagert werden: Die spitze Seite kommt nach unten. So zeigt die Luftkammer nach oben, wodurch das Eindringen von Keimen erschwert wird.

Für empfindliche Produkte, zum Beispiel rohes Fleisch, rohen Fisch oder Wurst, ist der Platz über dem Gemüsefach reserviert. Hier ist es am kältesten. Allerdings sollten Fleisch und Fisch nicht zu lange im Kühlschrank liegen, sondern möglichst schnell gegessen werden. 

Kälteunempfindliche Obst- und Gemüsesorten wie Äpfel, Erdbeeren, Radieschen und Pilze werden am besten im Gemüsefach verstaut. Erdbeeren halten sich länger, wenn sie vor der Lagerung nicht gewaschen werden. Lieber den Früchten kurz vor dem Essen eine Wasserdusche verpassen – so schimmeln sie nicht so schnell. Erdbeeren und Äpfel sollte man allerdings mit etwas Abstand zueinander aufbewahren, denn Äpfel sind nachreifende Früchte, Erdbeeren nicht. Lagert man sie zusammen, werden die Beeren schneller schlecht. Bei Champignons ist es ähnlich wie bei Käse: Bloß kein luftdichtes Plastik! Besser geeignet sind offene Behälter oder eine Papiertüte.

In der Kühlschranktür gibt es die höchsten Temperaturschwankungen. Dort bewahrt man Marmeladen, Getränke und Soßen wie Ketchup auf – denen machen diese Schwankungen wenig aus.

Tiefgefrorene Lebensmittel sind grundsätzlich recht lange haltbar, aber auch nicht unbegrenzt: Fleisch, Obst und Gemüse kann man bis zu zwölf Monate einfrieren. Fertiggekochtes hält sich tiefgekühlt bis zu drei Monate.

Vorräte in Kammern und Schränken

Nicht jedem Lebensmittel tut Kühlung gut – auch wenn das oft angenommen wird. Es gibt Obst und Gemüse, das kälteempfindlich ist. Dazu gehören etwa Ananas, Bananen, Mangos oder Melonen sowie Auberginen, Gurken, Tomaten und Zucchini. Sie halten sich gut in einer nicht allzu warmen dunklen Kammer. Hier werden am besten auch Kartoffeln gelagert. Die Knollen halten sich am längsten, wenn sie in einem Korb oder Stoffbeutel aufbewahrt werden. Nicht zu empfehlen sind hingegen Plastiktüten. Wer Kartoffeln im Keller lagert, sollte sie mit Papier abdecken, so schrumpeln sie nicht so schnell. Brot kommt am besten in einen Brotkasten oder in ein anderes Behältnis, das ihm keine Feuchtigkeit entzieht. Die Papiertüte vom Bäcker tut es für ein paar Tage auch.

Um Schädlingen wie Lebensmittelmotten vorzubeugen, sollte man trockene Zutaten wie Gewürze, Mehl, Nudeln, Reis, Nüsse, Trockenobst und Zucker in luftdichten Behältern aufbewahren. Hier eignen sich zum Beispiel Einmachgläser oder Vorratsdosen.

Schon ein paar einfache Regeln bewirken viel. Im nächsten Schritt kann man sich angewöhnen, regelmäßig seine Vorräte zu überprüfen und ältere Packungen nach vorne zu räumen. So werden diese zuerst verbraucht, die Vorräte sind clever organisiert, und es wird nicht zu viel eingekauft. Aus angebrochenen Lebensmitteln und solchen, die bald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen, lassen sich übrigens kreative Gerichte zaubern. Inspiration findet man unter restegourmet.de.


Autorin: Kathrin Hollmer; Aufmacherbild: iStock


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