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Catrin Bechimer
Zu Hause

Besser essen

Deutsche Privathaushalte produzieren pro Jahr etwa 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle. Das ist weder gut für den Geldbeutel noch fürs Klima. Der Verein „Restlos glücklich“ sagt deshalb der Lebensmittelverschwendung den Kampf an

Lebensmittel sind was Wertvolles“, sagt Catrin Bechimer. Sie ist Diät­assistentin und für den gemeinnützigen Verein „Restlos glücklich“ aktiv. Eigentlich sind Bechimer und ihre Kolleg*innen in Schulen oder Kitas unterwegs. Dort zeigen sie, wie man mit Resten und älteren Lebensmitteln ein gutes Essen herstellen kann. „Ich möchte den Familien vermitteln, dass es nicht immer das Fertiggericht aus der Kühltruhe sein muss“, sagt Bechimer. Vieles könne aus Resten gezaubert werden, man müsse halt wissen, wie. Der Verein leistet wichtige Aufklärungsarbeit und vermittelt auch Grundsätzliches: Die Gurkenschale enthält Vitamine und muss nicht entfernt werden. Quark, der das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat, gehört nicht in den Müll, wenn kein Schimmel dran ist und das Produkt noch gut riecht.

Es geht darum, den Menschen bei­zubringen, umzudenken. Um das zu vermitteln, konnte Bechimer im letzten Herbst noch Kurse geben. Im Familien­zentrum „Familienpunkt“ in Reinickendorf etwa hat sie mit Eltern und deren Kindern gekocht. Statt gemeinsam zu schnippeln und zu braten, wurde wegen der Corona-Pandemie das meiste von Bechimer vorbereitet. Etwa warmes Apfelmus, das schon beim Kochen dank seines herrlichen Duftes Hungrige anlockt. „Apfelmus kann man wunderbar selber machen“, erklärt Bechimer. Dazu solle man die Äpfel verwenden, die schon etwas matschig sind. Alles wird klein geschnitten, auch der Griebs und die Schale. Mit etwas Wasser zehn Minuten köcheln, pürieren, fertig. „Keinen Zucker hinzufügen. Süß ist es trotzdem“, sagt die Diätassistentin.

Aktuell ist aber selbst Kochen mit strengem Hygienekonzept nicht möglich: Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Schulen und Kitas derzeit geschlossen und sämtliche Aktivitäten, bei denen Menschen zusammenkommen, untersagt. Allerdings lassen sich die Aktivist*innen von „Restlos glücklich“ auch davon nicht abhalten. Der Verein bietet digitale Koch- kurse in ihrer „Online Kitchen“ an, die Anmeldung ist kostenlos.

Etwa eine Woche vor Veranstaltungsdatum bekommen die Teilnehmer*innen einen Zoom-Link und eine Zutatenliste geschickt. Im Kurs wird viel zur Resteverwertung erklärt, aber vor allem gemeinsam gekocht und anschließend gegessen. Das ist zwar nicht dasselbe, wie zusammen an einer Tafel Platz zu nehmen, aber schön ist es allemal: Fremde treffen sich, probieren Neues und haben Abwechslung im monotonen Lockdown-Alltag.

Wer keine Lust auf gemeinsames Online-Kochen hat, sich aber dennoch für alles rund um „Restlos glücklich“ interessiert, wird auf der Website des Vereins fündig: Hier gibt es Rezepte aller Art oder Infos darüber, wie man verantwortungsbewusster essen und leben kann. Für die Zeit nach dem Lockdown gibt es viele spannende Aktionen, die der Verein organisiert: gemeinsames Kartoffelstoppeln in Brandenburg oder ein Projekt wie die mobile Fahrradküche. Mit dem Rad tourt „Restlos glücklich“ seit 2020 durch Berlin und begeistert Menschen auf der Straße.

Das Kinderbuch „Benja & Wuse – Essensretter auf großer Mission“ ist das neueste Projekt des Vereins und am 9. Februar erschienen. Spielerisch lernen Kinder hier, wie wert- voll Lebensmittel sind. Dank „Restlos glücklich“ lernt man nicht nur, kreativer zu kochen, sondern auch, dass Lebensmittelrettung einfach nie langweilig wird.

http://www.restlos-gluecklich.berlin/


Gewinnspiel

Wir verlosen drei Exemplare von „Benja und Wuse“. Wer eines gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail an hallo.nachbar@gesobau.de mit dem Betreff „Benja und Wuse“.
Der Einsendeschluss ist der 16. Mai 2021. Viel Glück!


Autor: Karl Grünberg; Aufmacherbild: Catrin Bechimer zeigt Kindern und Eltern, wie man einfach, günstig und klimafreundlich kochen kann. So sind alle „restlos glücklich“, Foto: Boris Streubel


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