Sie sind jetzt hier:

Home / Ihr Kiez /

Willkommen im STUDIO GESOBAU

Zugegeben, ein echtes Studio gehört zwar nicht zum Bestand, aber GESOBAU-Häuser dienen immer wieder als Filmkulisse. Schließlich sind die Berliner Kieze und Wahrzeichen äußerst beliebte Drehorte für kleine Studentenfilme und große Hollywood-Blockbuster. »Hallo Nachbar« auf Tour durch die Kinogeschichte.

Jeder Berliner kennt die Oberbaumbrücke, die Friedrichshain mit Kreuzberg verbindet. Die zwei auffälligen Türme stechen einem sofort ins Auge, oben fährt die U-Bahn, darunter lässt sich die Spree in dem hübschen Arkadengang bequem zu Fuß überqueren – das perfekte Postkartenmotiv. Echte Filmfans sehen aber noch mehr, zum Beispiel Franka Potente mit knallrot gefärbten Haaren, wie sie an den roten Backsteinsäulen vorbeiläuft. Mit »Lola rennt« landete sie 1998 einen deutschen Kinohit – und machte damit sich selbst und den Regisseur Tom Tykwer über Nacht zum Star.

Fast jede Sehenswürdigkeit in Berlin erzählt ein Stück Filmgeschichte. Der Bahnhof Zoo etwa diente schon 1931 als Kulisse für die erste Verfilmung von »Emil und die Detektive«. Das Drehbuch zu Erich Kästners Kinderbuchklassiker schrieb übrigens Billy Wilder, der 30 Jahre später im geteilten Berlin mit »Eins, Zwei, Drei« für Furore sorgte. Aber Achtung: Das in dieser schwungvollen Ost-West-Komödie gezeigte Brandenburger Tor ist nicht das echte. Wegen des Mauerbaus musste die Crew auf ein Modell in den Münchener Bavaria-Studios ausweichen.

Bei der in »Der Himmel über Berlin« gezeigten Goldelse handelt es sich aber schon um die reale Statue auf der Siegessäule. Der inzwischen verstorbene Otto Sander setzte der Stadt 1987 als melancholischer Engel Cassiel ein filmisches Denkmal.

 

Kalter Krieg als Komödie: Billy Wilder (links) persiflierte 1961 Berlin und seine Besatzungsmächte in »Eins, Zwei, Drei«.

 

Beliebteste Filmstadt Deutschlands

Die Stadt Berlin erteilt für den öffentlichen Raum mehrere Tausend Drehgenehmigungen pro Jahr – damit ist die Spreemetropole der beliebteste Drehort Deutschlands, besonders die Bezirke Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf sind bei Filmteams stark gefragt. Selbst Hollywood macht immer mal wieder Ausflüge nach Berlin. Gleich zwei Regisseure entdeckten das glanzvolle Gemäuer Clärchens Ballhaus in der Auguststraße für ihre Filme. Das 1913 gebaute Lokal besticht auch hundert Jahre später noch mit seinem praktisch unveränderten Spiegelsaal im ersten Stock. Hier lassen sich Kaiserzeit, Weimarer Republik und auch die Nazizeit stilecht nachspielen. Tom Cruise drehte hier eine Szene für »Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat« (2008), ein Jahr später folgte Quentin Tarantino mit »Inglourious Basterds«.

Drei Anfragen pro Woche

Bevor in einer konkreten Location gedreht werden darf, muss die Produktionsfirma den Eigentümer fragen, selbst wenn ein Haus nur von außen im Bild sein wird. Bei der GESOBAU ist Katharina Basedow dafür zuständig. Sie hat schon so manche typische Berliner Kulisse ermöglicht. »Es ist immer wieder spannend, wenn kleine oder große Filmcrews GESOBAU-Kieze als Hauptdarsteller auswählen«, schwärmt die Marketing-Referentin. Jeder, der in oder vor einer GESOBAU-Immobilie drehen möchte, muss sich wegen eines Motivnutzungsvertrags an Katharina Basedow wenden. Gerade in der wärmeren Jahreszeit, wenn sich unzählige Filmcrews in den Straßen von Berlin tummeln, landen schon mal drei Anfragen pro Woche auf ihrem Schreibtisch. Das heißt dann: Kontakt zum zuständigen Objektbetreuer oder Hausmeister, nach dessen Okay eine gemeinsame Objektbegehung mit dem Filmteam. Doch nicht immer können alle Anfragen berücksichtigt werden: »Unser Kerngeschäft und primäres Ziel ist natürlich die Vermietung von Wohnungen. Wenn wir daneben aber eine lebendige Filmszene in der Stadt unterstützen können, ist das eine tolle Sache.«

Unter den GESOBAU-Immobilien gibt es echte Stars. »Im Wedding haben wir ein sehr liebevoll restauriertes Gründerzeithaus, das äußerst beliebt ist bei Filmproduktionen«, weiß Katharina Basedow zu berichten. »Hier haben wir ein Jahr lang eine Drehpause verhängt, weil sich die Bewohner gestört fühlten durch die ständigen Dreharbeiten. Darauf nehmen wir natürlich Rücksicht.« Publikumsliebling Matthias Schweighöfer hat hier schon gedreht und einige andere renommierte Filmemacher. Ein besonderes Anliegen ist es für die GESOBAU, den filmischen Nachwuchs zu fördern. »Wenn Studenten bei uns drehen wollen, prüfen wir das natürlich besonders wohlwollend«, so Basedow.

 

Eine Nachtszene des Low-Budget-Films »Liebesfilm« von Robert Bohrer wurde im Frühjahr vor einem GESOBAU-Haus in Pankow gedreht.

Nachtdreh in Pankow

Von dieser Unterstützung profitierte in diesem Frühjahr auch die schlicht »Liebesfilm« genannte Kinoproduktion von Jungregisseur Robert Bohrer. Es galt, aus Kostengründen ein Bonner Wohnviertel in Berlin stattfinden zu lassen. Fündig wurde die Produktion bei den dreistöckigen GESOBAU-Häusern in der Herbert-Baum-Straße im Bezirk Pankow. Eine zentrale Szene wurde sogar nachts gedreht, wofür die Bewohner glücklicherweise Verständnis hatten.

»Die Absprachen mit der GESOBAU waren sehr angenehm«, erinnert sich Aufnahmeleiterin Melissa Dubrin. »Wir haben die Zeiten und die technischen Bedürfnisse besprochen und uns sehr schnell geeinigt. Wir durften Strom aus dem Keller für den Cateringwagen und das Maskenmobil legen. Die Mieter waren sehr offen und freundlich. Sie durften beim Catering mitessen und haben sich gefreut, dass ein Liebesfilm mit guter Stimmung und Energie bei ihnen vor dem Haus gedreht wurde.«

Überhaupt seien die Mieter insgesamt sehr kooperativ und auch interessiert an der Filmwelt vor der eigenen Haustür, befindet Katharina Basedow. »Und manchmal profitieren die Bewohner ja auch davon. Einmal hat die Filmproduktion sämtliche Balkons neu bepflanzt für einen Dreh, um die Fassade mit den frischen Blumen aufzuwerten. Nach Ende der Dreharbeiten durften die Mieter die Balkonpflanzen behalten.«


Text: Klaus Rathje

Großes Kino in den Sommerferien

 

 

Filmpark Babelsberg

Und Action: Der Film-Vergnügungspark bietet im wahrsten Sinne des Wortes spannende Einblicke hinter die Kulissen – schließlich entstehen hier echte Filme. Daneben gibt es ein sehr abwechslungsreiches Programm an Stuntshows oder Vorführungen mit Filmtieren.

Großbeerenstraße 200, Potsdam-Babelsberg, Eintritt: 22 Euro, Kinder 0–3 frei, 4–16 Jahre 15 Euro, Schüler/Studenten 18 Euro, Familienkarte 65 Euro
www.filmpark-babelsberg.de

Paul und Paula Ufer

Es war der Kultfilm in der DDR: In »Die Legende von Paul und Paula« aus dem Jahr 1973 verzauberten Angelica Domröse und Winfried Glatzeder ein Millionenpublikum. Eine zentrale Szene des Films entstand an der Rummelsburger Bucht, der Uferweg wurde 1998 dem Film zu Ehren umgetauft. Sogar eine Bank ist Paul und Paula gewidmet.

Paul und Paula Ufer an der Westseite der Rummelsburger Bucht

 

 

Museum für Film und Fernsehen

Direkt im Sony Center am Potsdamer Platz residiert die Deutsche Kinemathek mit ihrem Filmmuseum auf drei Etagen. Von Juli bis November bietet es Cineasten eine Sonderausstellung über »Robby Müller – Master of Light«. Der berühmte Kameramann hatte schon Nastassja Kinski, Björk und Johnny Depp vor der Linse.

Potsdamer Straße 2, Mitte, Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 2 Euro,
www.deutsche-kinemathek.de

Freiluftkino im Volkspark Friedrichshain

Picknicken und dabei einen Film auf großer Leinwand schauen? In den vielen Berliner Freiluftkinos geht das sehr bequem. Beispielsweise lassen sich bis September im Friedrichshain im laut Stadtmagazin tip »schönsten Freiluftkino Berlins« immer abends ab halb zehn Filmklassiker und aktuelle Streifen open air genießen.

www.freiluftkino-berlin.de

Boulevard der Stars

Einen Hauch von Hollywood verströmt der »Boulevard der Stars« am Potsdamer Platz. Wie im Walk of Fame haben sich hier Filmstars mit einem Stern verewigt. Von Marlene Dietrich bis Matthias Schweighöfer ist die heimische Filmwelt komplett mit der persönlichen Signatur in Bronze vertreten. Seit 2010 ist das cineastische Kunstwerk auf über 100 Sterne angewachsen. Fortsetzung folgt …

www.boulevard-der-stars-berlin.de

 

 

Filmmuseum Potsdam

Das älteste Museum seiner Art gibt es in Potsdam zu bestaunen. Das hiesige Filmmuseum ist die perfekte Ergänzung zum Filmpark, denn es beschäftigt sich mit einem Jahrhundert Filmgeschichte der Babelsberger Studios. Auch das Gebäude kann sich sehen lassen: Es ist der historische Marstall aus dem Jahr 1685. Im Juli startet die Sonderausstellung »Alles dreht sich … und bewegt sich – Der Tanz und das Kino«.

Breite Straße 1a, Potsdam, Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder bis 9 Jahre frei
www.filmmuseum-potsdam.de

Von peter.polzer,
28.06.2017

Wir verlosen 2 x 2 Eintrittskarten für den Filmpark Babelsberg

Kino hautnah erleben: E-Mail mit Stichwort »Filmpark« bis 14. August 2017 an hallo.nachbar@gesobau.de oder Postkarte an GESOBAU AG, Redaktion »Hallo Nachbar«, Wilhelmsruher Damm 142, 13439 Berlin.