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Wie leben wir 2038?

Wohnen in der Zukunft: Digitale Technik wird unser Leben mehr verändern, als wir uns das heute vorstellen können. Was für neue Möglichkeiten des Zusammenlebens sich daraus ergeben, haben Berliner Studenten erforscht: Sie entwarfen Szenarien für das Märkische Viertel in 20 Jahren.

In rasendem Tempo wird die Welt immer vernetzter: Schon heute ist der Supermarkt nur einen Mausklick entfernt und kommt das Taxi per App. Kaum auszumalen, wie smart und automatisiert Arbeiten, Einkaufen, Verkehr oder auch Wohnen in zwanzig Jahren sein werden. Studenten am Einstein Center Digital Future der TU Berlin haben diese Zeitreise angetreten. Zusammen mit ihrem Professor Jochen Rabe entwickelten sie Zukunftsszenarien, wie sich Städte von morgen dank der Möglichkeiten von super schneller Datenübertragung oder Blockchain-Technologie neu erfinden können.

Dabei entstanden ganz konkrete Ideen für das Märkische Viertel im Jahr 2038, denn eine derart homogene Großsiedlung könnte ein Modellgebiet für den anstehenden Wandel sein. Natürlich unterstützte die GESOBAU, Kooperationspartner und Förderer des Lehrstuhls, mit ihrer Zukunftswerkstatt die detaillierte Beschäftigung der jungen Wissenschaftler mit dem Viertel. Diese tauchten beim »Probewohnen« zuerst in die Gegenwart ein – und erdachten dann Zukunftskonzepte für eine vernetzte Siedlung. Oder wie Wissenschaftler es nennen: »From solid to liquid city«.

 

Das Viertel teilt: Die „Marker“ vernetzen sich per Sharing-App und sparen so Kosten und Ressourcen in fast allen Lebensbereichen. Im Zukunftsszenario lassen sich neben Mobilität, Dienstleistung und Know-How auch flexible Wohnflächen per App teilen

 

Ein Beispiel: Der künftigen Flexibilität in Arbeitswelt und Freizeit begegnen die Studenten Timo Hartmann, Luca Steffahn und Christin Repp in ihrem Zukunftsszenario mit einer Sharing-Kultur, in der viele Ressourcen gemeinsam genutzt werden. Sie vernetzen ihren märkischen Modellkiez durch die eigens entwickelte Sharing-App »Who cares«. Nachbarinnen und Nachbarn teilen und tauschen damit Mobilität, Gegenstände, Freizeitaktivitäten, Know-how – aber auch das knappe Gut Wohnraum.

Künftig gäbe es auch neue Anforderungen an das Wohnen, analysieren die drei Studenten und empfehlen deshalb, in den Wohnblöcken einige Stockwerke zu Gemeinschaftsetagen umzubauen. Hier mieten die Bewohner private Räume und teilen sich Gemeinschaftsflächen mit Küche und Wohnbereich. Vorteil: Durch die effizientere Raumnutzung können auf einer Etage bis zu 45 Prozent mehr Personen leben, durch die Einrichtung von Senioren-, Studenten- oder Generationen-Etagen entstehen neue nachbarschaftliche Netzwerke. Weitere Gemeinschaftsgebäude errichten die drei Studenten in ihrem Szenario auf ehemaligen Parkflächen, die nach der Ablösung des Individualverkehrs durch Sharing-Konzepte nicht mehr benötigt werden.

Für die GESOBAU sind Szenarien wie dieses voller Ideen für die Weiterentwicklung des Märkischen Viertels. Die Kooperation zwischen ihr und den  jungen Visionären vom Einstein Center ist damit für beide Seiten fruchtbar. 


Text: Peter Polzer
Grafiken: Einstein Center Digital Future, Projektteam »Sharing is Caring«

 

Das Viertel teilt

Die »Märker« vernetzen sich per Sharing-App und sparen so Kosten und Ressourcen in fast allen Lebensbereichen – so das Zukunftsszenario der Studenten Timo Hartmann, Luca Steffahn und Christin Repp. So lassen sich neben Mobilität, Dienstleistung und Know-how auch flexible Wohnflächen per App teilen.

Von Redaktion,
26.09.2018

Großsiedlungen auf dem Weg in die digitale Zukunft

Seit letztem Jahr fördert die GESOBAU gemeinsam mit den Kollegen der HOWOGE die Professur »Urbane Resilienz und Digitalisierung« am Einstein Center Digital Future der TU Berlin.

Der renommierte Stadtentwickler Prof. Jochen Rabe forscht und lehrt hier zu den Chancen und Herausforderungen neuer Technik für Stadtentwicklungsprozesse wie dem Märkischen Viertel. Rabes Studentinnen und Studenten entwarfen im letzten Semester Konzepte für das MV in zwanzig Jahren. Betreut wurden sie dabei auch vom wissenschaftlichen Mitarbeiter Max Rudolph.