Sie sind jetzt hier:

Home / Ausgabe 01.2017 / IHRE GESOBAU

Transparent und fair

André Queling ist als Ombudsperson und Schiedsstelle für die GESOBAU im Amt. Wann sich Mieter an ihn wenden können, erklärt er im Interview.

Hallo Nachbar: Herr Queling, hatten Sie schon einmal Ärger mit Ihrem Vermieter?

André Queling: Nein, das kann ich so nicht sagen. Natürlich sind mir aber mietrechtliche Probleme verschiedenster Art sowohl aus dem Freundeskreis als auch aufgrund meiner beruf lichen Tätigkeit durchaus vertraut.

 

In welchen Fällen können Sie als Ombudsperson helfen?

Die Ombudsstelle dient zunächst allgemein der Vorsorge und Aufklärung von strafrechtlich relevanten Handlungen. Wenn Mieter einen entsprechenden Regelverstoß durch Partnerfirmen oder auch Mitarbeiter der GESOBAU wahrnehmen oder befürchten, stehe ich als externer Ansprechpartner zur Verfügung, nehme solche Hinweise entgegen und wirke an der Aufarbeitung mit. Daneben habe ich die Funktion einer Schiedsstelle zur Herbeiführung individueller Lösungen, wenn zum Beispiel Bestandsmieter bei Mieterhöhungen ihre wirtschaftliche und soziale Situation nicht ausreichend berücksichtigt finden. Die Schiedsstelle soll dabei als unparteiische Anlaufstelle in strittigen Fällen zwischen Mieter und Vermieter vermitteln.

 

Wann sind Sie NICHT der richtige Ansprechpartner?

Ich kann nicht als allgemeine Beschwerde- oder Auskunftsstelle für die Mieter in Anspruch genommen werden. Die Erfahrung zeigt, dass Mieter bisweilen bei Problemen am ehesten die Kontaktdaten der Ombudsperson finden bzw. mich auch erreichen können. Ich werde manchmal gebeten, die Kontaktdaten anderer Ansprechpartner innerhalb der GESOBAU herauszugeben oder zu benennen. Die Ombudsperson ist jedoch nicht dazu berufen, weswegen ich zum Beispiel auch keine Anzeigen von Mietmängeln, Einwände gegen Nebenkostenabrechnungen, Widersprüche gegen Kündigungen oder ähnliches bearbeiten kann.

 

Wie können Sie dazu beitragen, dass Verdachtsfälle aufgeklärt und Probleme gelöst werden?

Ich nehme zunächst jeglichen Hinweis auf Verdachtsfälle entgegen, unterstelle den mir geschilderten Sachverhalt als zutreffend und filtere anhand der rechtlichen Relevanz die wichtigsten Eckdaten heraus. Dies gelingt am besten im persönlichen Gespräch, wenn die Hinweisgeber auch für Rückfragen zur Verfügung stehen. Hierbei ist ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis unabdingbar. Ich kann dann den geschilderten Sachverhalt weiter aufklären und bei der GESOBAU notwendige Unterlagen einsehen. Verdichtet sich dabei ein Verdacht auf eine Straftat, werden mit der Unternehmensführung weitere Untersuchungen abgestimmt oder die Ermittlungsbehörden eingeschaltet. Auch wenn sich am Ende herausstellt, dass ein Hinweis rechtlich nicht greifbar ist, können hieraus unter Umständen Verbesserungen abgeleitet werden – in der Servicequalität, in der Kommunikation oder auch in der Anpassung interner Geschäftsabläufe.

 

Müssen Hinweisgeber persönliche Nachteile fürchten?

Nein, keinesfalls. Weder aus der Inanspruchnahme als Ombudsanwalt noch als Schiedsstelle entstehen Nachteile. Zum einen haben es die Hinweisgeber immer in der Hand, was von ihren Schilderungen durch mich an die GESOBAU weitergegeben wird. Ich bin gegenüber der GESOBAU weder zur Preisgabe der Identität noch zu den Umständen des benannten Sachverhalts berichtspflichtig, wenn die Hinweisgeber mir dies nicht ausdrücklich gestatten. Es entstehen den Hinweisgebern durch die Inanspruchnahme der Ombudsstelle auch keine Kosten. Die GESOBAU hat selbst ein hohes Interesse an dem Erhalt von Hinweisen. Die Hinweisgeber sollten darum davon ausgehen, dass jeder Hinweis, der zur Beseitigung von Missständen führen kann, grundsätzlich dankbar entgegengenommen wird. Hierfür stehen auch meine Ansprechpartner bei der GESOBAU ein.

Von Susanne Stöcker,
29.03.2017
Kontakt

Ombuds- und Schiedsstelle

Rechtsanwalt André Queling
c/o Rechtsanwälte Elke Schaefer
Kurfürstendamm 178/179, 10707 Berlin
Tel.: (030) 8871949 0
E-Mail: gesobau@ombudskanzlei.de