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Wohn-ABC: Pflege@Quartier

Die GESOBAU hat gemeinsam mit der AOK Nordost das Projekt Pflege@Quartier ins Leben gerufen, um innovative Lösungen zur Unterstützung von Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen und Pflegekräften zu entwickeln. Prof. Birgit Wilkes von der Technischen Hochschule Wildau hat die Konzeption für die Ausstattung der Wohnungen entwickelt. »Hallo Nachbar« hat nachgefragt, was hinter dem Projekt steckt.

Prof. Birgit Wilkes

DER NAME PFLEGE@QUARTIER VERBINDET PFLEGE MIT DEM DIGITALEN ZEITALTER. IST DAS DIE INTENTION DES PROJEKTS?

Ja, wir möchten Menschen ab 65 Jahren, die größtenteils eine Pflegestufe haben, in ihrem Alltag zu Hause und im Quartier unterstützen. Sie sollen sicher und selbständig in ihrer Wohnung leben und an Aktivitäten im Quartier teilhaben können. Zur Unterstützung wird auch Technik eingesetzt, aber nicht ausschließlich.

WARUM RICHTET SICH DAS PROJEKT GEZIELT AN MENSCHEN 65+?

Durch den demografischen Wandel werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer mehr ältere und hochaltrige Menschen in den Quartieren leben. Die Wohnungen werden zum dritten Gesundheitsstandort, an dem Menschen auch medizinisch versorgt werden. Das ist nur mit technischer Unterstützung möglich. Die skandinavischen Länder zeigen seit einigen Jahren, wie das funktionieren kann. Es ist jetzt an der Zeit, für die Zukunft die Weichen zu stellen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

WELCHE MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN HAT ASSISTIVE TECHNIK IM ALTER?

Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Innerhalb der Wohnung kann Technik das Leben erleichtern, aber vor allem auch sicherer machen. Oft sind es ganz einfache Dinge, die helfen können. Ein Lichtschalter, der nicht nur eine Lampe, sondern einen kompletten Lichtweg ein- und wieder ausschaltet, beispielsweise vom Bett bis zum Bad. Die Sturzgefahr nachts wird dadurch vermindert. Stürzt ein Bewohner doch und kann nicht wieder selbständig aufstehen, kann die Wohnung das erkennen und Hilfe anfordern. Auch die Kommunikation und Aktivitäten im Quartier können gefördert werden. Die Grenzen sehe ich weniger in der Technik als in der Ethik. Technik darf Menschen auf keinen Fall entmündigen oder bevormunden.

WIRD DIE TECHNIK INDIVIDUELL AUF DIE BEDÜRFNISSE DER KUNDEN ZUGESCHNITTEN?

Auf jeden Fall, die Probleme und Anforderungen der Mieter sind ja auch unterschiedlich. Es wird eine Basisausstattung geben, die für alle Menschen hilfreich ist. Alle anderen technischen Lösungen orientieren sich an den speziellen Bedürfnissen der Bewohner.

IST DIE AUSSTATTUNG KOSTENPFLICHTIG?

Nein, Pflege@Quartier kostet für die Teilnehmer kein Geld. Die teilnehmenden Mieter sind ein Teil des Projekts, für ein Gelingen sind wir auf ihre Mitarbeit und Erfahrungen angewiesen. Wir werden sie etwa dreimal pro Jahr bitten, uns bei der Auswertung und Entscheidung, was zukunftsfähig ist, zur Seite zu stehen.

WO KANN MAN SICH EINE UMGEBAUTE WOHNUNG ANSCHAUEN?

Es entsteht gerade eine Musterwohnung in der Finsterwalder Straße im Märkischen Viertel, wo sich alle Interessierten so eine Wohnung und die technischen Lösungen ansehen und ausprobieren können.

WIE WIRD SICH WOHNEN IN ZUKUNFT VERÄNDERN?

Jeder Mensch sollte in jedem Alter so wohnen können, wie er es möchte. Es wird sicher in den nächsten Jahren immer mehr Wohnungen mit technischer Unterstützung geben. Es werden sich aber auch neue Wohnformen etablieren wie Wohngemeinschaften, Generationenhäuser oder betreutes Wohnen. Wohnen wird flexibler werden.


Interview: GESOBAU
Foto: Prof. Birgit Wilkes, Technische Hochschule Wildau

Von Susanne Stöcker,
27.09.2016

Ansprechpartner

Weitere Informationen zum Projekt Pflege@Quartier erhalten Sie:

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