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Wohn-ABC: Quartiers-entwicklung

Viele Dinge werden im Alltag vorausgesetzt – auch beim Thema Wohnen. In unserer Serie geben wir wertvolle Tipps von A bis Z.

Quartiersentwicklung

Quartier, Stadtteil, Veedel oder Kiez: Der Lebensraum des Menschen ist das Wohnumfeld, die geographische und amtliche Umgebung des Wohnortes, in dem die soziale und materielle Infrastruktur wechselseitig die Wohnsituation des Menschen bedingt und beeinflusst. Mit einfachen Worten bedeutet das: Eine funktionierende Infrastruktur vor Ort trägt entscheidend dazu bei, dass Menschen sich zuhause fühlen. Genau das ist die Aufgabe der Quartiersentwicklung.

Der Begriff »Quartiersentwicklung« hat sich in den Neunzigerjahren durchgesetzt. Seither unterstützen Städtebauförderungsprogramme die Stabilisierung und Aufwertung städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligter und strukturschwacher Stadt- und Ortsteile bundesweit. Das Leitprogramm »Soziale Stadt« verbindet städtebauliche Investitionen in das Wohnumfeld mit der Infrastrukturausstattung und der Qualität des Wohnens. Das Programm sorgt damit für mehr Generationengerechtigkeit sowie Familienfreundlichkeit im Quartier und verbessert die Chancen der dort Lebenden auf Teilhabe und Integration. Ziel ist es vor allem, lebendige Nachbarschaften zu fördern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Quartiers-entwicklung verbindet die Aufgaben von Kommunen und Verwaltungen, von Stadt-, Verkehrs- und Regionalplanern, Architekten, Sozial- und Kulturwissenschaftlern und der Immobilien- und Wohnungswirtschaft zu einer Gesamtstrategie.

Wohnungsunternehmen haben in der Stadtentwicklung eine tragende Rolle. Mit ihrem Zugang zu den Mietern haben sie Kenntnisse über Problemlagen und Potenziale im Quartier und können durch ihre zum Teil jahrzehntelange Präsenz vor Ort zur sozialen Stabilisierung beitragen. Dazu steht eine Vielzahl an Instrumenten zur Verfügung: die Modernisierung und Anpassung der Bestände an veränderte Wohnbedürfnisse, die Wohnumfeldgestaltung, die Bereitstellung von Räumlichkeiten, die als Stadtteiltreffs oder Beratungsstellen genutzt werden können, die Bereitschaft zur Mitarbeit in Gremien, Netzwerken und Stadtteilpartnerschaften sowie die Unterstützung von  Nachbarschaften, Projekten und Kooperationen durch Know-how, Fördermittel und Personal.

Die GESOBAU beschäftigt in ihren Beständen eigene Sozialarbeiter, die sich den sozialen Problemlagen unserer Mieter annehmen und sie in Einzelfällen, bei Konflikten oder Mietschulden beraten. Den Akteuren aus Kommune, Verwaltung und Zivilgesellschaft steht darüber hinaus eine eigene Ansprechpartnerin »Soziale Quartiersentwicklung« bei der GESOBAU zur Verfügung. Sie bringt Ideen, Bedarfe, Ressourcen und Menschen zusammen. Zu den Aufgaben der Sozialen Quartiersentwicklung zählen unter anderem die Erstellung von Quartiersanalysen, die Initiierung und der Aufbau von Netzwerken, die Moderation von Prozessen, die Konzeption, Beratung, Unterstützung oder Leitung von Projekten sowie der Dialog mit Verwaltung, Politik, Mieterinnen und Mietern. «Nur  mit dem Prinzip des ›mit, von und für‹ die Menschen und Orte kann das soziale Handeln und das Zusammenspiel der unterschiedlichen Akteure funktionieren«, sagt Helene Böhm, seit 2007 für die Soziale Quartiersentwicklung bei der GESOBAU zuständig. »Geht es den Menschen gut, geht es dem Stadtteil gut – und umgekehrt.«

Für ihre sozialen Quartiersprojekte und Konzepte ist die GESOBAU heute bundesweit bekannt.

Das Wort Quartier leitet sich aus dem lateinischen quartus (»der Vierte«) ab. Seit der römischen Zeit sind planmäßig angelegte Städte bekannt, die von kreuzenden Hauptstraßen in vier gleich große Teile geteilt wurden. Bis heute bezeichnet man einen Teil der Stadt als Quartier (franz. »Viertel«). 

Von Gesobau,
16.12.2016