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Mit Ecken und Kanten

In Pankow liegt einer der Modernisierungsschwerpunkte der GESOBAU. Jetzt ist ein weiteres Projekt weitgehend abgeschlossen: Das Ensemble an der Ecke Lauterbachstraße/Borkumstraße erstrahlt in neuem Glanz. Der Weg dahin war allerdings nicht ganz einfach.

Was beim Betreten der um 1930 errichteten Wohnhäuser als Erstes auffällt, ist die Großzügigkeit von Eingangsbereichen und Treppenhäusern. Mit heller Wandfarbe, neuen Leuchten und dem roten Treppengeländer mit schwarzem Handlauf machen sie einen sehr gepflegten Eindruck. Auch auf die an der Straßenseite durch drei verschiedene Erdfarben gegliederte Fassade ist GESOBAU-Projektleiter Sebastian Blecher stolz: »Das ist wirklich schön geworden«, freut er sich.

Ganz anders war das frühere Erscheinungsbild, als der Putz von der Fassade bröckelte, die Fenster in schlechtem Zustand waren und das Treppenhaus einen wenig einladenden Eindruck machte. Jetzt aber ist die Wohnhausgruppe mit ihren vier Aufgängen in Zusammenarbeit mit dem Generalplaner RETIS Gesellschaft für  energieeffizientes Planen und Bauen mbH ein richtiges Schmuckstück geworden im Kiez unweit von S- und U-Bahnhof Pankow. Dass diese Gegend in letzter Zeit immer beliebter geworden ist, erstaunt nicht: Sie verbindet eine ruhige Wohnlage mit hervorragender Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und der Nähe zum Zentrum von Pankow. Doch Projektleiter Blecher verschweigt nicht, dass die Mieter der Wohnhausgruppe während der Modernisierungsarbeiten einiges erdulden mussten. Dazu gehörten nicht nur die Einschränkungen, die während der Sanierung von Strängen, Bad und Küche unvermeidbar sind, sondern auch unvorhergesehene Verzögerungen. Die traten beispielsweise bei den neuen Balkonen auf der Hofseite auf. »Die beauftragte Firma ist einfach nicht auf der Baustelle erschienen«, berichtet Blecher. Die Suche nach einem neuen Bauunternehmen brauchte Zeit, woraus eine Verzögerung von mehreren Monaten resultierte.

 

Das aber ist Vergangenheit – die neuen, großzügigen Balkone auf der Hofseite, welche die vorhandenen Loggien auf der Straßenseite ergänzen, laden zum Verweilen ein, sobald es wieder wärmer wird. Länger dauerte hingegen wegen Verzögerungen bei der Ausschreibung die Gestaltung der Vorgärten und des Innenhofs, wo Fahrradstellplätze und eine neue Mülleinhausung geplant sind. Viel getan hat sich in Bezug auf Haustechnik und Energieversorgung: Während es vorher individuelle Gasetagen- und Ofenheizungen gab, versorgt jetzt eine Zentralheizung die 32 Ein- bis Vierzimmerwohnungen. Um den Energieverbrauch zu reduzieren, wurden die Kellerdecke und die Decke des Dachgeschosses gedämmt. Auch die Fassade erhielt eine sechs Zentimeter dicke Dämmung. Das ist weniger als die Energieeinsparverordnung eigentlich vorsieht. Dies erklärt sich laut Projektleiter Blecher dadurch, dass die Wohnhausgruppe in einem zusammenhängenden Denkmalschutzgebiet liegt, weshalb die untere Denkmalschutzbehörde eine Ausnahmeregelung genehmigte.

Doch auch die relativ dünne Dämmung wirkt sich auf die Mieter aus: Die Fensterlaibung wird tiefer, so dass etwas weniger Licht in die Räume dringt. Durch die Dämmung verkleinerten sich zudem die Loggien auf der Straßenseite, welche die oft langjährigen Mieter gerne als erweiterten Wohnraum genutzt hatten. Blecher wirbt um Verständnis dafür, dass die Loggien mietrechtlich nicht als Innenräume dienen dürfen. Angenehm sitzen kann man darauf trotzdem, da viele der Loggien verglast und so vor Wind und Wetter geschützt sind.

Auf der anderen Seite sinken durch die Maßnahmen zur Energieeinsparung die Nebenkosten – den Berechnungen der Planer zufolge um 0,48 Euro pro Quadratmeter und Monat. Um die mit der Modernisierung verbundene Erhöhung der Kaltmiete möglichst gering zu halten, entschied sich die GESOBAU für kostengünstige Lösungen. »Im Hof haben wir zum Beispiel die Wege nicht komplett erneuert, sondern nur dort, wo es nötig war«, sagt Blecher. Im Ergebnis beträgt die durchschnittliche Miete jetzt 7,15 Euro pro Quadratmeter. Dafür gibt es eine modernisierte Wohnung in einer angenehmen Umgebung – und irgendwann wird auch der Lärm der Flugzeuge verstummen, die jetzt noch in Tegel starten und landen.


Text: Christian Hunziker, Fotos: Thomas Bruns

Von Gesobau,
03.12.2015