Sie sind jetzt hier:

Home / Ihre Gesobau /

Mieter werden Immobilien-Experten

Ihre Stimme beim Vermieter: Halbzeitbilanz zur ersten Amtszeit des Mieterrats bei der GESOBAU.

Text: Dr. Heike Külper, Mitglied im Mieterrat der GESOBAU
Foto: Unsere Autorin zusammen mit ihrem Mietrratskollegen Dr. Andreas Tiezte beim Kunstfest Pankow, Fotograf: Christoph Schieder


Der erste Mieterrat der GESOBAU wird 2019 nach drei Jahren den Staffelstab an den neu zu wählenden zweiten Mieterrat übergeben. Zeit für eine Halbzeitbilanz: Wie arbeitet der Mieterrat? Welche Anfragen erreichen ihn seitens der Mieterschaft? Welche selbstgesteckten Ziele und Aufgaben bewältigt er?

Der erste Mieterrat hat in vielerlei Hinsicht Pionierarbeit geleistet. Das umfasst die Einrichtung einer Website und die Erreichbarkeit für die Mieter unter info@mieter-rat.de. Viele Anfragen, Beschwerden und Hinweise von Mietern haben den Mieterrat auf diesem Wege erreicht, alle wurden bearbeitet und ggf. zur Klärung an die GESOBAU weitergeleitet. Dazu sind Telefonate, Nachfragen, Abstimmungen etc. nötig, die initiativ und verantwortungsvoll zu führen sind. Auch manches Wochenende sind die Mitglieder des Mieterrates aktiv, um mit Mietern ins Gespräch zu kommen. Auf den großen Mieterfesten der GESOBAU, dem VIERTEL FEST im Märkischen Viertel und auf dem Kunstfest Pankow im Schlosspark Schönhausen, sind sie mit einem eigenen Stand vertreten. 

Mit den anderen Akteuren vernetzen, Investitionplanungen beurteilen

Der erste Mieterrat hat besonders in Bereichen, wie der Vernetzung der Mieterräte aller städtischen Wohnungsbaugesellschaften in Berlin, der Vernetzung mit Mieterbeiräten, Zusammenarbeit mit der städtischen »Wohnraumversorgung Berlin – Anstalt öffentlichen Rechts« (WVB) zu wohnungspolitischen Themen und zur Erarbeitung einer neuen Satzung für die Mieterräte, durch die Mitwirkung bei Veranstaltungen und Workshops zu Fragen der Stadtentwicklung, der Partizipation und des Bauens das Feld bereitet. Die Zusammenarbeit mit den Mieterräten der anderen fünf landeseigenen Wohnungsunternehmen sowie den Mieterbeiräten und der WVB ist unverzichtbar.

Der Vorstand der GESOBAU stellt dem Mieterrat jährlich die Investitionsplanung vor. Dann wird über alle Bauvorhaben, Modernisierungen und große Instandhaltungen gesprochen. Der Mieterrat ist da sehr kritisch, fragt nach und vertritt hier ganz besonders die Interessen der Mieter. Die Zusammenarbeit mit den Mieterbeiräten in den GESOBAU-Wohngebieten muss unbedingt noch vertieft werden, der Mieterrat wird dies im zweiten Halbjahr verfolgen. 

Schnell wurde deutlich, dass die Mieterräte nicht nur Interesse und Engagement, sondern auch Fachkompetenz und Detailwissen sowie Bereitschaft zum Lernen mitbringen müssen, um arbeiten zu können. Dabei wurde der Mieterrat durch die GESOBAU, die WVB und den Mieterverein unterstützt. Es gab Schulungen zu betriebswirtschaftlichen Themen, zur Investitionsrechnung, zum Aktienrecht; weitere sind geplant. 

Auch das Gremium selbst musste sich erst zusammenraufen. Im ersten Mieterrat sind zweimal Nachrücker dazugekommen, weil das zeitweilig sehr große Pensum aus persönlichen oder beruflichen Gründen nicht bewältigt werden konnte. Der Zeitaufwand – überwiegend abends – ist nicht zu unterschätzen. Auch der finanzielle Einsatz, beispielsweise für Fahrtkosten, ist beachtlich; von der Aufwandspauschale bleibt nichts übrig. Und ohne eine zeitgemäße IT-Ausstattung mit entsprechenden Kompetenzen geht es auch nicht. Für Anschaffungen dieser Art stellt die GESOBAU ein jährliches Budget zur Verfügung. Hiervon wurden 2017 Laptops für alle Mieterräte angeschafft.

Dennoch ist es motivierend, gemeinsam für wohnungspolitische Fragen einzutreten, denn sie betreffen breite Teile der Bevölkerung. Der erste Mieterrat macht seine Arbeit ausschließlich sachlich und themenbezogen; Parteipolitik spielt keine Rolle. Aber die gegenwärtige, eher mieterfreundliche Politik des derzeitigen Senats wirkt sich natürlich positiv aus. 

www.mieter-rat.de

Von peter.polzer,
27.06.2018