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Im Kiez

Auf neuen Wegen

In den kommenden zwei Jahren werden die Außenanlagen des Märkischen Viertels neu gestaltet. Was geplant ist und welche Lehren aus der Vergangenheit gezogen wurden

Das Märkische Viertel galt bei seinem Bau in den 1960er-Jahren als Vorzeigeprojekt des modernen Wohnungsbaus. Bereits damals legten die Architekt*innen viel Wert auf die Gestaltung der Außenanlagen. Neben Spielplätzen planten sie zwischen den Häusern Grünanlagen und Wege.

Doch in den vergangenen Jahrzehnten hat sich vieles verändert. Und auch die Wünsche der Bewohner*innen sind heute andere. Nach der erfolgreichen Modernisierung zu Deutschlands größter Niedrigenergie­siedlung und vielen Bauarbeiten an den Gebäuden wird die GESOBAU bis 2023 nun auch nach und nach Wege,  Spielplätze und Grünanlagen sanieren oder ganz neu gestalten.

Sicher unterwegs

Im ersten Schritt ging es 2020 bereits darum, zahlreiche Stolperfallen auf den Fußwegen zu entfernen. Denn an vielen Stellen hatten Bäume mit ihren Wurzeln einzelne Platten nach oben gedrückt. Die Bäume waren bei der Gründung des Märkischen Viertels als Schattenspender gepflanzt worden. Doch niemand bedachte, wie groß die Platanen einmal werden würden. „Sie sind so groß geworden, dass sie sich gegenseitig behindern“, erklärt Karl Wefers, Geschäftsführer der SWUP GmbH, die von der GESOBAU mit der Neugestaltung der Außenbereiche beauftragt wurde.

Seit einem Jahr trifft sich der Landschaftsarchitekt regelmäßig mit Andreas Berendt und anderen Mitgliedern des Planungsteams. Andreas Berendt ist leitender Hausmeister in der Abteilung Immobilienbewirtschaftung der GESOBAU und nah dran an den Bedürfnissen der Mieter*innen. Er kennt das Märkische Viertel nicht nur bei Tageslicht, sondern ist die Wege zwischen den Wohnblocks mit seinen Kolleg*innen auch in der Dunkelheit abgelaufen. „Dabei haben wir geprüft, wo noch mehr Licht notwendig ist und wir Sträucher und Büsche zurückschneiden müssen“, sagt er. „Schließlich sollen sich die Mieter*innen sicher fühlen.“

Doch nicht nur der Zustand, auch der Verlauf von Wegen wird bei der Neugestaltung der Außenanlagen überdacht. Man muss bedenken, dass das Märkische Viertel bei seiner Gründung direkt an der Berliner Mauer lag. Heute ist das Viertel wegen seiner Grünanlagen bei Fahrradfahrer*innen beliebt. „Wir sanieren die Radwege und bauen an einigen Stellen auch neue“, erläutert Andreas Berendt. Aber auch Fußwege werden neu angelegt oder verbreitert. Wo es geht, beseitigen die Planer*innen unfreundlich wirkende Betonplatten und legen Wiesen an. So wirkt die Umgebung insgesamt natürlicher. Außerdem kann Regenwasser viel besser und schneller versickern.

Erholung für alle

Ob Senior*innen, Kleinkinder oder Jugendliche, sie alle möchten sich in den Außenanlagen des Märkischen Viertels wohlfühlen. Anfang 2020 lud die GESOBAU ihre Mieter*innen ein, sich zu beteiligen: Es sollten möglichst viele Interessen bei der Neugestaltung der Außenbereiche berücksichtigt werden. „Aufgrund der Corona-Pandemie konnten wir die Erhebung leider nicht plangemäß zu Ende führen“, bedauert Andreas Berendt. „Wir haben aber natürlich trotzdem so viele Bedürfnisse wie möglich in die Planung einbezogen.“ So soll es neue Bänke zum Entspannen geben. Außerdem ist das von den Mieter*innen gewünschte Hunde­auslaufgebiet geplant. Damit Nachbar*innen gemeinsam Obst und Gemüse anpflanzen können, sind eingezäunte Urban-Gardening-Flächen vorgesehen.

Bei allzu aufwendigen Vorschlägen fand das Planungsteam Alternativen. So wünschen sich viele Familien Wasserspielplätze. „Das Problem dabei ist, dass wir nicht nur zahlreiche Anschlüsse für Trinkwasser installieren, sondern auch regelmäßig Wasserproben chemisch untersuchen lassen müssten“, sagt Andreas Berendt. „Das ist leider zu viel Aufwand, wenn man bedenkt, dass die Wasserspielplätze nur im Sommer genutzt werden können.“ Immerhin wird an der Wohnhausgruppe 910, also im Osten des Märkischen Viertels um den Wilhelmsruher Damm, der brachliegende Wasserspielplatz erhalten bleiben. Er soll neu gestaltet und wieder mit einer Pumpe versehen werden.

Doch bevor Kinder planschen und sich Senior*innen auf neuen Bänken ausruhen können, rollen erst einmal die Bagger an. „Das Erdreich wird in vielen Innenhöfen vollständig ausgetauscht, bevor eine Wildblühwiese oder ein neuer Spielplatz entsteht“, kündigt Andreas Berendt an. „Solange heißt es aber für uns alle: Augen zu und durch.“ Er ist überzeugt: Die neu gestalteten Außenbereiche werden die Lebensqualität im Märkischen Viertel deutlich steigern.

  • Die Gesamtkosten der Baumaßnahmen belaufen sich auf etwa 30 Millionen Euro.
  • Die Planungen begannen 2018, die Umsetzung wird bis voraussichtlich 2023 andauern.
  • Es werden 53 Spielplätze modernisiert und 26 Spielplätze neu gebaut.

Detaillierte Infos dazu, wo was passiert, finden Sie unter: www.gesobau.de/aussenanlagen


Text: Judith Jenner; Aufmacherbild: Das Märkische Viertel heute. Der letzte Umbau wurde 2015 abgeschlossen. Seitdem erstrahlt es in leuchtenden Farben; Foto: Thomas Bruns


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