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Trotz der kälteren Temperaturen ist Sascha Biss gerne in der Natur unterwegs: Die nahe gelegenen Wälder und Teiche Karows sind für ihn ein wichtiger Ausgleich zum Alltag
Im Kiez

„Das Schönste ist die Nähe zur Natur“

Sascha Biss lebt gern in Karow. Sooft es geht, ist er draußen bei den Karower Teichen. Doch auch im Ort selber findet er alles, was er braucht

Es ist ein grauer Januartag, an dem wir mit Sascha Biss verabredet sind. Der 44-Jährige will mit uns durch das Viertel spazieren, in dem er seit 1997 zu Hause ist. Es ist der Teil von Karow, der als Neu-Karow bezeichnet wird. Im Gegensatz zum dörflichen Ortskern ist hier zwischen 1992 und 1996 ein modernes Wohnviertel entstanden. Viele Mehrfamilienhäuser und mehrgeschossige Wohnblocks prägen den Ort.

„Es gibt hier alles, was man braucht. Schulen, Kitas, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte“, sagt Biss. Das Schönste aber sei die Nähe zur Natur. 2,5 Kilometer sind es von seinem Büro bis zu den Karower Teichen, einem 130 Hektar großen Naturschutzgebiet, das zum Naturpark Barnim gehört. Biss ist häufig dort draußen unterwegs. „Ich komme da zur Ruhe“, sagt er.

Bevor wir losgehen, besuchen wir „Siebert’s Back & Café“. Sascha Biss holt sich hier mittags gern mal etwas zu essen und am Wochenende Brötchen für seine Familie. Im Laden ist es gemütlich, verweilen geht aktuell aber natürlich nicht. Die Stimmung ist trotzdem gut, denn bei Sabrina Siebert gibt es nicht nur Leckereien, sondern auch einen kleinen Plausch. Die 51-Jährige hat die Bäckerei vor einem Jahr übernommen, zusammen mit ihrem Mann Ilja. Sieberts Geschäft ist täglich von 7 bis 18 Uhr geöffnet. Als Mittagsangebot gibt es Suppe, Omelett oder Bratkartoffeln. „Sobald das Wetter und Corona es zulassen, stellen wir auch wieder Tische und Stühle vor dem Laden auf“, sagt Siebert.

Die GESOBAU hat ihren Bestand in Berlin-Karow 2020 erweitert: Entlang der Achillesstraße übernahm sie beispielsweise elf Bestandsgebäude mit Wohnungen und Gewerbeeinheiten. Mit den Ankäufen geht die GESOBAU auch soziale Verpflichtungen ein und beteiligt sich finanziell am Karower Stadtteilmanagement.

Sascha Biss ist Bürokaufmann und seit Mitte der 1990er-Jahre für die Immobilien- und Vermögens­­ver­waltungsgesellschaft Allod tätig. Die Arbeit macht ihm Spaß, weil er viel unterwegs sein kann. Sascha Biss  unterstützt Menschen bei der Suche nach einer Wohnung, schließt Mietverträge ab und ist für die Mieter*innen da, wenn es Probleme gibt.

Ein sportlicher Dachs

Kein Wunder also, dass ihn in Karow viele kennen. So auch Kirsten Ulrich und Sandra Prosch vom Sporttreff „Karower Dachse e. V.“. Wir treffen die beiden Frauen draußen vor der Tür. Sie wollen ein bisschen Werbung machen: Sandra hat deshalb extra das Dachskostüm des Maskottchens übergezogen. Der Verein könne wegen Corona gerade vieles nicht wie gewohnt anbieten, sagt sie. Mitmachen kann man trotzdem – nur eben digital: Yoga, Fitness, Eltern-Kind-Turnen, Zumba.

Die Dachse haben 2020 trotzdem 600 Mitglieder verloren. „Die Leute vermissen das Training vor Ort“, sagt Ulrich, die zum Vorstand des Vereins gehört. Sie macht sich Sorgen: „Wir könnten in finanzielle Nöte kommen, wenn das so weitergeht.“ Wie alle hofft sie nun, dass das normale Training im späten Frühjahr wieder beginnen kann.

Beratung unter freiem Himmel

Wir gehen weiter in Richtung Naturschutzgebiet. Vor dem Stadtteilzentrum an der Busonistraße 136 wird Sascha Biss von Annedore Dreger begrüßt, die das Zentrum leitet. Dick angezogen stehen sie und ihre Kollegin im Vorgarten. Sämtliche Begegnungen finden momentan hier draußen statt. Sozialarbeiterin Elke Heller spricht gerade mit einer Familie. Es geht um Termine beim Jobcenter und bei der Ausländer­behörde.

Auch zwei Polizeibeamte vom Abschnitt 14 sind vor Ort. Bis Ende Februar werden sie jeden Mittwoch- und Donnerstagvormittag Fragen zum Thema sicheres Wohnen beantworten. „Viele Leute kommen aber auch, weil sie einfach mal reden wollen“, sagt Florian Schild, einer der Beamten.

Das Stadtteilzentrum im Turm wurde 1997 eröffnet. „Wir bieten Raum für Bildungs- und Gesundheitsangebote, für Kommunikation und Beratung“, sagt Annedore Dreger. Auch während des Lockdowns ist das Zentrum von Montag bis Freitag zwischen 10 und 16 Uhr geöffnet. Wem es im Vorgarten zu kalt ist, der kann mit den Mitarbeiter*innen telefonieren oder per Video-Chat mit ihnen kommunizieren.

Wir laufen noch ein Stück durch eine Einfamilienhaussiedlung. Dann sind wir auf dem freien Feld. Die Stadt scheint hier weit weg. Entlang der Panke, entlang von Wiesen und Wald führt der Weg zu den Karower Teichen. Wir sehen Vögel, Rehe und einen weiten Himmel. Kraniche sind zu hören. Sascha Biss holt tief Luft. „Genau deshalb wohne ich so gern in Karow“, sagt er.


Text: Regina Köhler; Aufmacherbild: Trotz der kälteren Temperaturen ist Sascha Biss gerne in der Natur unterwegs: Die nahe gelegenen Wälder und Teiche Karows sind für ihn ein wichtiger Ausgleich zum Alltag, Foto: Verena Brüning


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