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Idyllische Gartenansicht der Bibliothek Luisenbad mit lesenden Menschen
Im Kiez

„Den Garten mache ich euch“

Gesundbrunnen

Wer Maria Meyer nach ihrer Lieblingsbeschäftigung fragt, bekommt Gartengeschichten zu hören. „Ich liebe es einfach, mit den Händen in der Erde zu wühlen“, sagt sie. Meyer, 71, die in der Soldiner Straße zu Hause ist, war bis zum Ruhestand als Altenpflegerin tätig. Inzwischen ist sie vor allem Gärtnerin. „Ihr“ Garten ist der Lesegarten der Bibliothek am Luisenbad im Bezirk Gesundbrunnen. Die Anlage ist etwa 300 Quadratmeter groß und an drei Seiten von Mauern umgeben. Maria Meyer ist im Sommer hier fast täglich anzutreffen. Im Winter füttert sie die Vögel und gießt Oleander und Wandelröschen, die in einer geschützten Ecke auf den Frühling warten.

„Lese-Gärtnerin“ ist Maria Meyer durch Zufall geworden. Als Nutzerin der Bibliothek hat sie sich auch mit der Geschichte des Ortes beschäftigt, der vor 150 Jahren ein Theater, Restaurants und einen Ballsaal beherbergte. Meyer fragte sich irgendwann, weshalb es dort kein Café gibt. Die Mitarbeiter*innen haben ihr daraufhin erzählt, dass niemand bereit sei, ehrenamtlich ein Café zu führen oder sich um den Garten zu kümmern. „Den Garten mache ich euch“, hat sie da spontan geantwortet.

Gesagt, getan. Maria Meyer legte los. Das ist jetzt sieben Jahre her. Besonders schwer sei es gewesen, den Hang entlang der alten Ziegelsteinmauer vom Efeu zu befreien, sagt sie. Ein Jahr hat es gedauert, bis Maria Meyer endlich mit dem Pflanzen beginnen konnte. Mit Unterstützung des NABU und des Quartiersmanagements kaufte sie Lavendel, Rosen und Heidekraut. Am Hang pflanzte sie Kriechwacholder, Purpurglöckchen, Steinbrech und Salbei. Tische und Stühle wurden aufgestellt.

Der Garten ist beliebt. Sobald das Wetter es zulässt, sitzen viele Leser*innen draußen. Im vergangenen Sommer waren es wegen Corona sogar noch mehr als sonst – in Zeiten einer Pandemie ist der Aufenthalt im Freien einfach sicherer. Maria Meyer bekommt viel Lob für ihre Arbeit. Manchmal wird sie auch gefragt, warum sie das alles ohne Bezahlung macht. Sie erzählt dann von wunderbaren Gesprächen mit Menschen, die sie im Garten trifft. Schön sei auch das Gefühl, zum Team der Bibliothek zu gehören. „Ich fühle mich gebraucht, das kann man nicht mit Geld aufwiegen“, sagt sie. Meyer will weitermachen, solange sie körperlich fit ist. „Schön wäre es aber, wenn sich jemand findet, der mir ab und zu hilft“, sagt sie.

Kontakt: 030 9018 24411

www.berlin.de/stadtbibliothek-mitte/bibliotheken


Text: Regina Köhler; Aufmacherbild: Vor allem in den wärmeren Monaten zum Lesen und Verweilen beliebt: der Garten der Bibliothek am Luisenbad, Foto: Fridolin Freudenfett


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