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Kind an einem Obststand auf dem Wochenmarkt

Im Kiez

Wochenmarkt trifft Onlineshop

Über die Plattform „Marktschwärmer“ kann man Lebensmittel aus der Region bestellen und in der Nähe abholen

Der Begriff „Click and Collect“ – online bestellen und vor Ort abholen – ist seit der Corona-Pandemie in aller Munde. Die Initiative „Marktschwärmer“ nutzt dieses Prinzip schon seit Jahren erfolgreich: Auf der Plattform „Marktschwärmer“ können die Kund*innen online aus einer breiten Palette von Lebensmitteln auswählen und sie an einem festen Ort in ihrer Nähe abholen. Alle Produkte stammen von regionalen Erzeuger*innen. Im Sortiment sind Obst und Gemüse, Eier, Milchprodukte, Brot und Honig, aber auch regionale Spezialitäten wie Wildfleisch oder Konfitüren. „An jedem Standort gibt es andere Produkte“, sagt Laura Kozlowski von den Marktschwärmern.

Die Idee des flexiblen Marktes stammt aus Frankreich. 2014 wurde die erste Schwärmerei in Deutschland gegründet. Inzwischen gibt es 140 Ableger in Deutschland, allein 26 in Berlin. Sowohl für die Erzeuger*innen als auch für die Kund*innen hat das Prinzip viele Vorteile. Die Produzent*innen liefern nur, was bestellt wird. So werden keine überschüssigen Lebensmittel weggeschmissen. Für regionale Betriebe ist die Schwärmerei eine zusätzliche Absatzmöglichkeit – zu fairen Preisen. Diese legen die Erzeuger*innen nämlich selbst fest und kein Zwischenhändler. Praktisch ist auch, dass die Anbieter*innen nicht den ganzen Tag auf dem Markt stehen müssen, sondern nur zwei Stunden. Trotzdem haben sie den direkten Austausch mit den Käufer*innen.

Rückkehr zu nachhaltiger Lebensmittelherstellung

Die Kund*innen bestellen und bezahlen bequem online, eine Mindestbestellmenge oder Abo-Verpflichtung gibt es nicht. Die Schwärmereien gibt es an zentralen Orten, die gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sind – zum Beispiel in Schulen oder Biergärten. „In Berlin gibt es auch welche in Cafés, Yogastudios und in einer Bäckerei“, sagt Kozlowski. Transparent sind nicht nur die Produktionsbedingungen. Beim Kauf wird angezeigt, welchen Anteil des Verkaufspreises die Erzeuger*innen bekommen. Den Rest erhalten die Gastgeber*innen, die ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, und die Marktschwärmer für die Plattform, Zahlungsabwicklung und Werbung.

Seit Beginn der Corona-Pandemie erfährt die Marktschwärmerei viel Zuspruch. Die Menschen kochen mehr, und regelmäßig melden sich Interessierte aus allen Altersgruppen, die eine Schwärmerei im Kiez aufbauen wollen. „Da sind Studierende dabei, aber auch Rentner*innen, manche arbeiten selbst im landwirtschaftlichen Bereich“, sagt Kozlowski. Für die Erzeuger*innen, denen lange Zeit die Abnehmer aus der Gastronomie und von Kantinen weggebrochen sind, sind die Schwärmereien ein sicherer Absatzmarkt.

Auf www.marktschwärmer.de findet man Schwärmereien in der Nähe und kann durch das Sortiment stöbern.


Autorin: Kathrin Hollmer; Aufmacherbild: iStock


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