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Das Ehepaar Kalweit hat es nicht weit, um mitten in der Natur zu sein. Hier kann es 
gut entspannen
Im Kiez

„Diese Wohnung ist mein großes Glück“

In den Seniorenwohnhäusern der GESOBAU finden ältere Menschen den Komfort, den es braucht, um weiterhin selbstbestimmt leben zu können. Wer Lust hat, kann ein umfangreiches Beschäftigungs- und Kulturangebot nutzen. Auch eine Pflege ist möglich

Das Schönste an ihrer Erdgeschosswohnung ist für Christa und Harald Kalweit die Terrasse. Im Sommer sind sie fast den ganzen Tag über draußen. „Es fühlt sich an, als säßen wir vor unserem Einfamilienhaus“, sagt Christa Kalweit. Dass über ihnen sieben Stockwerke in die Höhe ragen, merken sie hier unten gar nicht, fügt sie lachend hinzu. Dann zeigt sie auf die großen Bäume auf der anderen Seite des Weges, der an ihrer Terrasse vorbeiführt. „Das ist unser Park“, sagt sie. Besonders eindrucksvoll ist die alte Birke mit ihren weit ausladenden Ästen. Hinter den Bäumen sind Gärten zu sehen.

Auch die Enkelsöhne lieben das Grün vor Omas und Opas Terrasse. Hier können die Kinder ungestört toben. Dabei waren die Jungs zunächst gar nicht einverstanden damit, dass die Großeltern umziehen wollten. Doch inzwischen gefällt ihnen die neue Wohnung. „Hier dürft ihr wohnen“, haben sie gesagt. Harald Kalweit und seine Frau leben seit zwei Jahren in der Neumagener Straße in Weißensee und haben ihre Entscheidung noch keinen Tag bereut.

Und das, obwohl ihnen der Abschied von der alten Wohnung in einer anderen Ecke von Weißensee nicht leichtgefallen ist. Harald hat dort immerhin 70 Jahre gelebt. Erst zusammen mit seinen Eltern, dann mit der eigenen Familie. „Unsere beiden Söhne sind dort groß geworden“, erzählt er. In der Nachbarschaft hatten sie viele Freunde.

Es war Christa Kalweits Krankheit, die das Ehepaar bewog, den Umzug in das Seniorenwohnhaus zu wagen. Die 74-Jährige ist seit einiger Zeit auf den Rollstuhl angewiesen. Die alte Wohnung lag im ersten Stock, einen Fahrstuhl gab es nicht. Auch die Türrahmen und das Bad waren nicht rollstuhl­gerecht. „Wir haben dann lange nach einer anderen Wohnung gesucht, bis unser Sohn uns eines Tages anrief und von der Anzeige der GESOBAU erzählte“, sagt Harald Kalweit.

Nach der Besichtigung stand schnell fest, dass die Wohnung passt: Sie ist ebenerdig, hat eine große Terrasse und einen Blick ins Grüne aus allen Zimmern. Und mit 90 Quadratmetern ist sie annähernd so groß wie die alte Wohnung, sodass das Ehepaar alle Möbel mitnehmen konnte. Auch den Glasschrank, in dem Harald, der Mineraloge war, seine Steinsammlung aufbewahrt. Der steht jetzt im Wohnzimmer.

Für jeden Bedarf das Richtige

Das Haus an der Neumagener Straße 19 wurde in den 1970er-Jahren gebaut. Die GESOBAU hat es 2010 grundsaniert. Im Haus gibt es insgesamt 119 seniorengerechte Wohnungen – sechs davon behinderten­gerecht – sowie Gemeinschaftsräume auf jeder Etage und einen Gymnastikraum. Die Bewohner*innen können die Dienste der Pflegegruppe Alma Via in Anspruch nehmen, deren Mitarbeiter*innen zum Beispiel helfen, Wohngeld oder Pflegeleistungen zu beantragen, oder Medikamente aus der Apotheke holen.

Für die Kalweits ist wichtig, dass sie einen normalen Mietvertrag abgeschlossen haben. „Wir wohnen weder in einem Seniorenheim noch im betreuten Wohnen“, sagt Harald Kalweit. Besonders sei nur die Ausstattung ihrer Wohnung, die ihren Bedürfnissen gerecht wird. Der Seniorenservice kostet 34 Euro monatlich – dafür bietet die Pflegestation verschiedene Beschäftigungs- und Hilfsangebote. Die Kalweits nehmen gegenwärtig nichts davon in Anspruch. „Wir sind noch zu zweit, oft kommen die Enkelsöhne zu Besuch“, sagt Christa Kalweit, das sei Abwechslung genug. Außerdem hat sie mehrmals in der Woche Physio- und Ergotherapie. Da bleibt kaum Zeit für andere Unternehmungen. „Vielleicht später einmal“, sagt sie.

Hausdame Ellen Weitkus vom Team Alma Via schaut trotzdem ab und zu bei den Kalweits vorbei. Dann reden sie ein bisschen über den Alltag und die Enkelkinder. Oder darüber, wie die Familie mit der Corona-Pandemie fertigwird. „Alma Via ist in diesem Haus erst seit Mai für den Seniorenservice zuständig“, sagt Ellen Weitkus. Zuvor hatten sich die Johanniter darum gekümmert. Für etliche Mieter*innen war der Wechsel nicht leicht, sie vermissen die bekannten Gesichter. Doch Ellen Weitkus, die gelernte Krankenschwester ist, ist eine couragierte Frau. „Im Moment bin ich dabei, die Bewohner*innen richtig kennenzulernen“, sagt sie. Kürzlich hat sie dafür gesorgt, dass sie alle vor Ort gegen Corona geimpft werden konnten.

Die GESOBAU hat inzwischen zehn Seniorenwohnhäuser eingerichtet. Insgesamt sind das 1163 Wohnungen. Irina Herz, für das Immobilienmanagement zuständig, sagt, dass die Nachfrage nach solchen Wohnungen zugenommen habe. „Die Senior*innen haben einen regulären Miet­vertrag, können aber auch Betreuung und kulturelle oder sport­liche Angebote in Anspruch nehmen, wenn sie das möchten.“ Für dieses Angebot sorgen soziale Träger wie Alma Via oder SOPHIA Berlin und Brandenburg, die auch beratend tätig sind. „Im Neubau sind meist alle Wohnungen barrierefrei erreichbar und im Inneren barrierearm aus­gebaut“, sagt Herz. Außerdem werde darauf geachtet, dass umliegende Gewerbeflächen an Dienstleister wie Friseur*innen, Podolog*innen oder Physiotherapeut*innen vermietet werden.

Eines der ersten Seniorenprojekte der GESOBAU ist das Wohnhaus am Wilhelmsruher Damm 148. Es umfasst 135 Wohnungen. Für den Service dort sind die Johanniter zuständig. Kundenbetreuer des Objektes ist Rene Tischbierek. Er erzählt, dass jetzt auch das ehemalige Büroge­bäude der GESOBAU am Wilhelmsruher Damm 142 zum Seniorenwohnhaus umgebaut werde.

Selbstbestimmt und gut betreut

Auch in Kaulsdorf vermietet die GESOBAU Seniorenwohnungen. An der Lion-Feuchtwanger-Straße/Gadebuscher Straße gibt es vier Neubauten mit insgesamt 334 Wohnungen, davon 157 für Senior*innen. Die 1- oder 2-Zimmer-Wohnungen sind zwischen 40 und 60 Quadratmeter groß. Auch mehrere kleine Geschäfte, ein Sanitätshaus, eine Kita und ein Stützpunkt von Alma Via gehören zur Wohnanlage.

Mitte Juli treffen wir dort Angela Menz. Sie ist Mieterin einer 1-Zimmerwohnung in der Lion-Feuchtwanger-Straße 21. Als wir ankommen, nimmt sie uns mit zum Mittagessen.

Mit dem Fahrstuhl fährt sie von ihrer Wohnung im ersten Stock ins Erdgeschoss. Dort wird sie von Hausdame Renate Norden begrüßt, die die Mittagsgäste an den einzelnen Tischen platziert. „Schön, dass Sie da sind“, begrüßt sie Angela Menz. Es ist das erste Mal, dass die Mieter*innen zum Essen in den Speiseraum des Seniorenwohn­hauses gehen können. Wegen der Corona-Bestimmungen war das bisher nicht möglich.

Bodentiefe Fenster sorgen für viel Licht im Speiseraum. Auf den Tischen stehen kleine Blumensträuße, an den Wänden hängen SchwarzWeiß-Fotos vom Leben im alten Berlin. Das Restaurant heißt deshalb „Berliner Stube“. Renate Norden serviert das Essen: Salat mit Hähnchenbruststreifen. Auch für ein kurzes Schwätzchen mit den Gästen nimmt sie sich Zeit. Früher war sie in der Gastronomie tätig, vor 15 Jahren fing sie bei Alma Via als Haus­dame an. Seitdem ist sie für den Seniorenservice zuständig.

Nachdem Angela Menz ihr Mittag­essen beendet hat, wünscht Renate Norden ihr noch einen guten Tag und drückt ihr den Veranstaltungsplan für diese Woche in die Hand.

„Tanz dich fit“ wird angeboten, ein Kurs für kreatives Gestalten, Yoga und ein Spielenachmittag. Angela Menz war in den letzten Monaten öfter beim Sport. Wegen der ­Corona-Pandemie gab es nur Einzelstunden, aber sie hatte trotzdem ihren Spaß. „Demnächst können wir hoffentlich wieder als Gruppe zusammen in den Gymnastikraum“, sagt sie.

Renate Norden nickt. „In den vergangenen Monaten war es nicht möglich, unsere Angebote, zu denen auch Kaffeekränzchen und gemeinsame Ausflüge gehören, aufrechtzuerhalten“, sagt sie. Und hofft, dass sich das bald wieder ändert. Schließlich gehört nicht nur gute Pflege zum Konzept von Alma Via. „Wir wollen Abwechslung in den Alltag der Senior*innen bringen und ihnen ein familiäres Zuhause bieten“, sagt Norden. Die Mitarbeiter*innen von Alma Via sind Tag und Nacht erreichbar. Anlaufpunkt ist das Büro im Erdgeschoss des Seniorenhauses. Hier können die Bewohner*innen spontan vorbeigehen oder anrufen, wenn sie Hilfe brauchen.

Zurück im ersten Stock, schließt Angela Menz ihre Wohnungstür auf. Sie mag ihr neues Zuhause: „Qua­dratisch, praktisch, gut“, sagt sie. Alles ist in einem Raum untergebracht. Eine große Eckcouch und der Fernseher stehen auf der einen Seite, dort hängen auch die Familienfotos. Gegenüber sind die Schlafecke und eine kleine Küchenzeile. Außerdem ein großes behindertengerechtes Bad. Einen Balkon hat Angela Menz auch, von dort kann sie auf den Spielplatz sehen. Oft schaut sie den Kindern aus der Nachbarschaft beim Spielen zu. Dass die Kleinen auch mal laut sind, stört sie kein bisschen. „Da merke ich wenigstens, dass ich noch lebe“, sagt sie und lacht.

Die 66-Jährige hat zuletzt zusammen mit ihrem Mann in Thüringen gelebt. Dann ist ihr Mann gestorben. „Da wollte ich unbedingt wieder zurück nach Berlin“, sagt sie. Wegen einer Lungenkrankheit braucht sie ein Sauerstoffgerät, zum Laufen ihren Rollator. In der behindertengerechten Wohnung kommt sie damit gut zurecht. Angela Menz hat die Pflegestufe 2 und ist auf ambulante Hilfe angewiesen. Die haben Mitarbeiter*innen von Alma Via übernommen. „Dass ich diese Wohnung gefunden habe, ist ein großes Glück“, sagt sie – und hofft, dort noch lange selbstbestimmt leben zu können.

Die GESOBAU bietet in Pankow, Hellersdorf, Weißensee, im Wedding und im Märkischen Viertel Wohnungen speziell für Senior*innen an. Zum Teil gibt es zusätzliche Serviceleistungen. Möchten Sie mehr erfahren? Dann wenden Sie sich an das Vermietungsbüro der GESOBAU: Stiftsweg 1, 13187 Berlin, Tel. 030 40731111, vermietung@gesobau.de. Mit „GESOBAUplus“ bietet die GESOBAU außerdem eine telefonische Sprechstunde für Senior*innen an. In Koopera­tion mit „SOPHIA Berlin und Brandenburg“ berät die GESOBAU Mieter*innen und Wohnungsinteressent*innen ab 65 Jahren wöchentlich bei allen Fragen rund um das Thema „Wohnen im Alter“. Die Sprechstunde kann immer freitags von 10 bis 14 Uhr unter 030 40732441 in Anspruch genommen werden


Autorin: Regina Köhler; Aufmacherbild: Das Ehepaar Kalweit hat es nicht weit, um mitten in der Natur zu sein. Hier kann es gut entspannen, Foto: Verena Brüning


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