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Im Kiez

Schritt für Schritt

Spazierengehen ist gesund. Schon ein paar Stunden Bewegung an der frischen Luft pro Woche wirken sich positiv aus – auf Blutdruck, Muskulatur und die Psyche

Bewegung tut gut, das spürt man schnell. Doch im Herbst und Winter ist es gar nicht so einfach, aktiv zu bleiben, besonders zurzeit, wenn Fitnessstudios geschlossen sind. Die einfachste Art, sich fit zu halten, ist Spazierengehen. Bereits wenige Stunden pro Woche wirken sich positiv auf die Gesundheit aus.

Spazierengehen setzt Glückshormone frei  
Wer etwa fünfmal pro Woche eine halbe Stunde zu Fuß geht, senkt das Risiko für Diabetes, weil der Kreislauf, der Stoffwechsel und auch der Blutzuckerabbau aktiviert werden. Mit zügigem Gehen trainiert man die Muskulatur und beugt Osteoporose vor. Dabei darf der Puls ruhig beschleunigen, das senkt den Blutdruck und verringert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Spazierengehen lindert zudem Rücken- und Gelenkschmerzen. Auch wer sich gestresst fühlt, findet bei Bewegung an der frischen Luft einen guten Ausgleich. Dadurch werden Glückshormone freigesetzt, die entspannen und sogar Ängste abbauen können. 

Der Wald stärkt das Immunsystem
Zum Spazierengehen braucht man keine spezielle Ausrüstung, sondern nur bequeme Schuhe, Jacke und Schal und Mütze., wenn es kalt ist. Etwas Bewegung lässt sich leicht in den Alltag einbauen, etwa vor der Arbeit oder in der Mittagspause. Ein Spaziergang im Wald wirkt sich übrigens besonders auf die Gesundheit aus, weil die Luft dort bis zu 90 Prozent weniger Staubteilchen enthält als in der Stadt. Wenn man etwas mehr Zeit hat, lohnt sich darum ein Ausflug in die Berliner Forste.

Historisch: der Frohnauer Forst in Reinickendorf

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Frohnauer Forst als Gartenstadt entwickelt, darum führt teilweise ein Kopfsteinpflasterweg durch den Wald. Er erstreckt sich bis zur Havel und zum Tegeler See. Früher verlief mittendrin die Berliner Mauer. Im Wald steht noch der ehemalige Grenzturm mit Blick auf den früheren Grenzstreifen. Auf diesem sieben Kilometer langen Wanderweg passiert man diesen Punkt. Die Route führt vorbei am Hubertussee, dem nördlichsten See Berlins. Schön ist auch die sechs Kilometer lange Waldwanderung vom S-Bahnhof Frohnau nach Bergfelde in Brandenburg. Hier ist man insgesamt etwa anderthalb Stunden unterwegs. 

Rekordverdächtig: der Tegeler Forst in Reinickendorf

Im Tegeler Forst steht nicht nur der höchste Baum Berlins, eine 43 Meter hohe Lärche, sondern auch der älteste Baum der Stadt: die „Dicke Marie“. Die Stieleiche soll 900 Jahre alt sein. Die Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt benannten den Baum angeblich nach ihrer Köchin auf Schloss Tegel, wo sie aufwuchsen. 

Von der U-Bahn-Station Alt-Tegel (U6) aus spaziert man unter anderem am Tegeler See und am Großen Malchsee, an Wildgehegen mit Wildschweinen, Muffel- und Damwild und am Schlosspark Tegel vorbei. Für den knapp zehn Kilometer langen Rundweg benötigt man etwa zweieinhalb Stunden. Schön ist auch der Aufstieg auf den Ehrenpfortenberg. Er ist mit 69 Metern die höchste natürliche Erhebung Reinickendorfs und in etwa 40 Minuten ab dem S-Bahnhof Hermsdorf erreichbar. 

Tierisch: der Bucher Forst in Pankow

Der Bucher Forst mit seinen Hochstaudenfluren, Feuchtwiesen und Karpfenteichen ist Teil des Naturparks Barnim an der Landesgrenze zu Brandenburg. Auf den Wiesen weiden teilweise Hochlandrinder und Konikpferde, eine robuste Ponyrasse aus dem mittel- und osteuropäischen Raum. Auf den Aussichtsplattformen um die Karower Teiche und den Bogensee kann man Amphibien und Wasservögel wie Graugänse, Graureiher und Schnatterenten beobachten. Die Karower Teiche erreicht man zu Fuß in einer knappen halben Stunde vom S-Bahnhof Karow aus. Im Naturschutzgebiet gibt es außerdem einen etwa sechs Kilometer langen und leicht begehbaren Rundweg. Startpunkt ist die Pension Maas, der Weg führt an vielen Aussichtspunkten vorbei.  

Urlaubsreisen fallen coronabedingt aktuell leider aus. Zu Fuß gibt es trotzdem viel zu entdecken, egal ob man mit der S-Bahn rausfährt oder in der Nachbarschaft spazieren geht. Schon kleine Runden sind effektiv – und machen fit fürs neue Jahr.


Autorin: Kathrin Hollmer

Credits:

Aufmacher: borchee iStock

Bild Hubertussee: Wikimedia Commons/Saxo/ CC BY 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by/3.0

Bild Grenzturm: Wikimedia Commons/Jannette/CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0

Bild "Dicke Marie": Wikimedia Commons/ DaggiBe/CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0


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