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Im Kiez

Einsatz im Ehrenamt

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Pankow löschen in ihrer Freizeit Brände und helfen bei Unfällen.

Zu mehr als 770 Einsätzen seien die Kamerad*innen der Freiwilligen Feuerwehr in Pankow in diesem Jahr schon ausgerückt, erzählt Alexander Zischke. Und fügt ein wenig stolz hinzu: „Für eine Freiwillige Feuerwehr ist das schon sehr viel.“ Der 51-Jährige ist stell­vertretender zweiter Wehr­leiter hier und führt durch die geräumige Wache am Stiftsweg. 40 Frauen und Männer sind ehren­amtlich in der Einsatz­abteilung aktiv. Im Ober­geschoss reihen sich auf Regalen große und kleine Pokale neben­einander. Errungen­schaften, die Mitglieder der Jugend­feuer­wehr von Wettbewerben wie Gelände­lauf oder Lösch­angriff mit nach Pankow gebracht haben.

In der Fahrzeughalle stehen drei rote Feuerwehrautos. Eines davon wird von der Berliner Berufsfeuerwehr verwendet, zwei nutzt die Freiwillige Feuerwehr Pankow: ein großes Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug mit allerlei technischer Ausrüstung, etwa für den Einsatz bei Verkehrsunfällen, und ein noch neues Löschfahrzeug. Im Inneren der Wagen finden sich verschiedene Fächer mit Gerätschaften wie Verkehrswarnleuchten, gelbe Druckluftflaschen mit Atemluft und natürlich Schläuche zum Löschen. Daneben: Kanister mit Schaummittel, das im Brandfall dem Löschwasser beigemischt werde, wie Alexander Zischke erklärt. Seit 28 Jahren ist er bei der Freiwilligen Feuerwehr in Pankow dabei, er kann jeden Handgriff genau erklären.

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„Wir haben hier digitale Medienempfänger, auf die der Alarm kommt“, sagt er und zeigt eines der kleinen Geräte mit grünem Knopf. Die Freiwillige Feuerwehr Pankow ist eine sogenannte Typ-A-Wehr. Also eine Freiwillige Feuerwehr mit eigenem Einsatzbereich, die rund um die Uhr von der Leitstelle alarmiert werden kann. Wenn der Empfänger zu piepen beginnt, müssen die Mitglieder der Wache, die den Einsatz übernehmen, innerhalb von vier Minuten startklar sein. Egal, ob es nun Tag oder Nacht ist. Auf die Frage, wie das denn in so kurzer Zeit funktionieren würde, erzählt Alexander Zischke lachend, dass manch einer schon mal im Schlafanzug auf der Wache an­gekommen sei. Der 19-jährige Jeremy Unger, der dieses Jahr seine Grundausbildung bei der Feuerwehr absolviert hat, die sogenannte Truppmannausbildung, berichtet, dass er auch mal auf einem Feldbett in der Wache schlafen würde, um bei Einsätzen schnell dabei zu sein. Die meisten freiwilligen Feuerwehrleute würden aber direkt ums Eck wohnen, wie Alexander Zischke sagt. Anders sei es nicht machbar.

Alexander Zischke erklärt gerade, wie die Kommunikation zwischen Leit­stelle und Feuerwehr bei Einsätzen funktioniert. Während er vom Funk­melde­system und seinen verschiedenen Ziffer­codes erzählt, beginnt es laut zu schrillen: Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Pankow! Die im Garten der Wache versammelten Feuer­wehr­leute springen auf und rennen in Richtung Fahr­zeug­halle. Hier sind die Kleidungs­stücke für den Einsatz unter­gebracht. Ein großer Bildschirm gibt Auskunft über die Art des Alarms. Eine Brand­melde­anlage in einem Senioren­wohn­heim wurde ausgelöst. Die Feuer­wehr­leute schlüpfen in Einsatz­hosen und -jacken und schnappen sich ihre gelben Schutz­helme. Ober­brand­meisterin Caroline Haupt schwingt sich hinter das Lenkrad des roten Lösch- und Hilfe­leistungs­fahr­zeuges. Erst im vergangenen Jahr hat die 33-Jährige den Lkw-Führer­schein gemacht, mit dem sie das große Gefährt steuern darf. Sie konnte sich damit einen Traum erfüllen, wie sie sagt. Jetzt manövriert sie das Feuer­wehr­auto zügig auf die Straße. Wenige Sekunden später ertönt das Martins­horn.

Rund 20 Prozent aller Einsätze in Berlin übernähmen Freiwillige Feuerwehren, sagt Alexander Zischke. Der Großteil davon seien technische Hilfeleistungen etwa bei Unfällen, rund ein Drittel Brandeinsätze. Auch ungewöhnliche Einsätze gibt es bei der Freiwilligen Feuerwehr Pankow manchmal. Truppmann Jeremy Unger erzählt, dass er und seine Kamerad*innen mal einen verletzten Habicht mit dem großen Feuerwehrauto in eine Tierklinik gebracht hätten. Dazu kommen Übungsdienste und zusätzliches Engagement wie Brandschutzerziehung an Schulen. Die GESOBAU fördert die Arbeit im Bereich Jugendfeuerwehr. Wer bei der Freiwilligen Feuerwehr in Pankow mitmachen möchte, muss neben dem Job etwas Zeit investieren. Man bekomme aber auch viel zurück, wie Alexander Zischke meint. Nach zwei Jahrzehnten im Einsatz sagt er: „Ohne Feuerwehr geht es nicht. Das ist wie Familie.“ Auf dem großen Bildschirm verrät derweil ein Zifferncode, dass seine Kamerad*innen mit dem Feuerwehrauto am Einsatzort angekommen sind. Wenig später: Diesmal nur ein Fehlalarm. Zum Glück.

Nachwuchs willkommen!

Gutes tun und Teil einer tollen Gemeinschaft werden – das geht bei der Freiwilligen Feuerwehr Pankow! Aktuell gibt es Bedarf an neuen Mitgliedern. Interessierte können einfach im Stiftsweg 1 a, 13187 Berlin vorbeigehen: Jeden Mittwochabend von 18 bis 21 Uhr trifft man sich hier zum Übungsdienst. Infos gibt es online unter www.berliner-feuerwehr.de/ueber-uns/freiwillige-feuerwehr/


Autorin: Jessica Kliem; Aufmacherbild: Jeremy Unger hat erst kürzlich seine Grundausbildung absolviert. Er weiß genau, was im Notfall zu tun ist; Foto: Verena Brüning


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