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»Hallo Nachbar, wie geht es Ihnen?«

Im Wohnumfeld aufeinander achten: Denn mit Gemeinschaftsgefühl wird das Zusammenleben angenehmer und sicherer.

Für die bauliche Sicherheit in Ihrem Wohnhaus sorgt die GESOBAU. Und in Notfällen hilft die Polizei – nicht erst im Nachhinein, sondern oft schon im Vorfeld: Ihre Präventionsbetreuer sind in Ihrem Viertel Ansprechpartner rund um Sicherheitsfragen. Einen ebenso großen Beitrag zur Sicherheit können die Hausbewohner aber auch selbst leisten, denn insbesondere die gefühlte Sicherheit lebt von einer guten Nachbarschaft. 

Was das Konflikt- und Deliktpotenzial in einem Wohnhaus anbetrifft, gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen. Wer auf nichts im Haus achtet, dem Nachbarn aus dem Weg geht und bei Kleinigkeiten – wie Musik oder Babygeschrei von nebenan – auf die Barrikaden geht, der macht es nicht nur den anderen schwer, sondern auch sich selbst. Denn wenn das Miteinander nicht gepflegt wird und man sich für sein Umfeld nicht verantwortlich fühlt, birgt das auch Sicherheitsrisiken. 

Achten Sie ruhig auf Ihre Hausgemeinschaft: Wer braucht Hilfe? Wer ist Ihnen nicht geheuer? Nicht, dass Sie sich gegenseitig ausspionieren sollen – aber wenn Ihnen etwas seltsam vorkommt: Fragen Sie freundlich nach, klingeln Sie und berichten Sie höflich, über was Sie sich wundern. 

Wer für seine Nachbarinnen und Nachbarn einen fröhlichen Gruß übrig hat, ein offenes Ohr oder eine helfende Hand, der stärkt im Haus die Zusammengehörigkeit und damit auch die Sicherheit: Man achtet auf Anwohner, Unbekannte und Vandalismus, die versehentlich offen gelassene Tür wird vom Nächsten verschlossen und Diebe können sich nicht unbemerkt zu schaffen machen. Das verdeutlicht: Sicherungsanlagen allein reichen nicht aus. Aufmerksamkeit und Zivilcourage sind in einer Hausgemeinschaft Gold wert. Eine gelebte Nachbarschaft kann wie eine echte Familie entlasten. 

 

Kommunikation ist alles: Sprechen Sie bei Konflikten miteinander. Bleiben Sie dabei gelassen – so findet sich viel leichter eine Lösung.

 

Sicherheit geht uns alle an 

Wie kann man aus Sicht der Polizei Gefahren im Wohnumfeld vorbeugen? Im Zuge der Modernisierung des Märkischen Viertels begann die GESOBAU vor zehn Jahren eine intensive Zusammenarbeit mit der Berliner Polizei, um für mehr Sicherheit in den Wohnquartieren zu sorgen. Wir fragten Polizeihauptkommissarin Diana Erler, Präventionsbeauftragte der Berliner Polizei (Abschnitt 12, Reinickendorf) nach ihren Erfahrungen von damals und ihren Tipps für heute.

Welche konkreten Maßnahmen wurden damals im Märkischen Viertel getroffen? 

Im Rahmen von Ortsbegehungen wurde das Augenmerk auf täterbegünstigende Strukturen, sowohl in den Gebäuden und auf den Spiel- und Parkplätzen gelegt. Durch das Kürzen von Hecken und Sträuchern wurden Sichtachsen geschaffen. Auch bei der Beleuchtung wurde nachgebessert. Mehr Helligkeit im Eingangsbereich, in den Treppenhäusern, einsehbare Hausflure, ineinandergreifende Lichtkegel erhöhen das Sicherheitsempfinden. Durch den Einsatz von Spiegeln in verwinkelten Eingängen wurden »blinde Ecken« einsehbar gemacht. 

 

Halten Sie sich an die Hausordnung, sie regelt die Ruhezeiten auch zu Ihrem Schutz. Wenn Sie feiern wollen: Laden Sie die Nachbarn zu sich ein. Wenn es bei Ihnen einmal laut wird: Ein erklärendes Wort zum Nachbarn glättet die Wogen.

 

Wurde die Sicherheit im Viertel durch die Maßnahmen erhöht? 

Der Polizei und allen Verantwortlichen im MV ist es gelungen, das subjektive Sicherheitsgefühl zu stärken. Durch intensive Netzwerkarbeit ist ein breites Gefühl der Verantwortung für das MV weiterentwickelt und gestärkt worden. Statt wegzugucken wird heute auf verschiedenen Ebenen bei Feststellung von Störungen im öffentlichen Raum interveniert. Nicht immer ist es notwendig, sofort die Polizei zu alarmieren, manchmal reicht schon ein mahnendes Wort der Hausmeister, um eine Situation zu beruhigen. Auch wenn Kriminalität im MV vorkommt, ist diese gemessen an der Dichte der Wohnbevölkerung erfreulich gering, wobei jede Straftat eine Tat zu viel ist. 

Wie können die Bewohner selbst Verantwortung in der Nachbarschaft übernehmen? 

Haus- und Kellerzugangstüren sollten immer geschlossen sein, damit Unbefugte nicht unbemerkt Zutritt ins Haus erhalten. Achten Sie bewusst auf fremde Personen und sprechen diese gegebenenfalls an, um sie aus der Anonymität zu holen. Bei dem leisesten Zweifel und bei verdächtigen Beobachtungen rufen Sie sofort den Notruf 110 der Berliner Polizei. Tauschen Sie mit Ihren Nachbarn Telefonnummern und vielleicht auch genaue Urlaubsanschriften aus, damit Sie für den Notfall erreichbar sind. Vereinbaren Sie bei Abwesenheit des Nachbarn bestimmte Aufgaben, beispielsweise die Betreuung der Wohnung und das Leeren des Briefkastens. Achten Sie darauf, ob Fremde, etwaige Trickbetrüger, Nachbarn aufsuchen, und fragen Sie nach, was diese Personen wollen. Bitten Sie besonders ältere Nachbarn, immer eine Türsperre vorzulegen und niemals Fremde in die Wohnung zu lassen. 

Das Polizei-Netzwerk »Zuhause sicher« informiert zur Prävention: www.zuhause-sicher.de


Text: Rico Hartmann

Illustrationen: MadPixel

Von peter.polzer,
27.06.2018