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Grüner Strom für smarte Mieter

Ab Oktober wird auf Berlins Dächern landeseigener Solarstrom produziert. Die Berliner Stadtwerke haben ein Mieterstrom-Modell entwickelt, um langfristig die Strompreise in der Stadt zu senken. Die GESOBAU und die STADT UND LAND stellen dafür Dächer zur Verfügung.

Die Berliner Stadtwerke starteten gemeinsam mit den beiden städtischen Wohnungsbaugesellschaften GESOBAU und STADT UND LAND das erste Mieterstrom-Modell in Berlin zwischen rein kommunalen Partnern. Das Modell ist so einfach wie genial: Die Wohnungsunternehmen stellen die Dachflächen bereit, die Stadtwerke bauen die Photovoltaikanlage und gewinnen Grün-Strom, der direkt vom Dach – ohne Leitungsverluste – in das lokale Übertragungsnetz gespeist wird. Einsparungspotentiale, wie zum Beispiel kurze Lieferstrecken, werden beim Mieterstrom-Modell genutzt und wirken sich positiv auf die Klimabilanz und die Stromkosten aus.

Projektstart für die ersten Vorhaben der Energie-Partnerschaft war im August. Ab Oktober wird auf dem Dach des GESOBAU-Mietshauses an der Pankower Rolandstraße die 800 m²-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 100 kWp angeschlossen, deren Strom den dortigen Mietern zugutekommt. Zwei Folgeprojekte werden auf GESOBAU-Wohnhäusern im Wedding und in Pankow sowie auf STADT UND LAND-Dächern in Lichtenrade und im Ortsteil Baumschulenweg in Treptow-Köpenick entstehen. Weitere Flächen werden geprüft, die für diese Kooperation in Sachen Mieterstrom in Frage kommen. Im Ergebnis wollen die Berliner Stadtwerke in den kommenden anderthalb Jahren 18.100 m² Kollektorfläche mit einer Gesamtleistung von 2.253 kWp (Kilowatt-Peak) auf den Dächern der großen Wohnungsbauunternehmen errichten. Die drei landeseigenen Gesellschaften gehen damit gemeinsame Schritte zur Erreichung der Berliner Klimaschutzziele, denn der zurzeit geplante Anlagenpark erspart pro Jahr der Berliner Luft einen CO2-Ausstoß von 1.088 Tonnen. Das entspricht in etwa der CO2-Menge, die ein Quadratkilometer Wald pro Jahr bindet.

GESOBAU-Mieter sparen Geld

»Für uns ist neben dem konkurrenzfähigen Preis für nachhaltigen Strom auch die autarke Erzeugung auf dem eigenen Wohnhausdach wichtig, die einen besonderen Anreiz für die Bewohner darstellt«, sagt der GESOBAU-Vorstandsvorsitzende Jörg Franzen. Und der Anreiz für GESOBAU-Mieter ist groß: Bis zu 30 % des Strombedarfs können GESOBAU-Mieter in der Rolandstraße mit den Photovoltaikanlagen auf dem eigenen Dach abdecken, der restliche Bedarf (Residualmenge) wird durch Windkraftanlagen an anderer Stelle erzeugt und über das Stromnetz geliefert. Neben der positiven Auswirkung auf die Klimabilanz ihres Stroms sparen Mieter mit der schonenden Energieerzeugung Geld. Der Preis für Strom aus Eigenerzeugung wird deutlich unter dem Basistarif des Berliner Grundversorgers liegen und sich im mittleren Preissegment des Ökostroms befinden.


 

Von Susanne Stöcker,
22.09.2015
Wussten Sie schon?

Vorteile aus Energieerzeugung und -verbrauch am selben Ort

  • Stromerzeugung auf dem Dach und direkte Einspeisung in das lokale Netz des Wohnhauses vermeidet Leitungsverluste.
  • Mieterstrom-Modell ist unabhängig vom »Erneuerbare Energien Gesetz« (EEG), da es nicht auf der Höhe einer bestimmten Einspeisevergütung basiert.
  • Neben der positiven Klimabilanz ihres Stroms sparen Mieter bares Geld. Der Preis für Strom aus Eigenerzeugung liegt unter dem Basistarif des Grundversorgers.
  • Fragen zur Photovoltaikanlage oder zum Mieterstrom-Modell beantworten die Berliner Stadtwerke unter der kostenfreien Infohotline (Tel. 0800.537 1000, Mo.- Fr. 8 – 18 Uhr) oder demnächst direkt am Infomobil vor Ort.