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Gesobau

Weihnachtskonzerte vom Lkw aus

Die GESOBAU hat für ihre Mieter*innen kleine Weihnachtskonzerte organisiert – natürlich ganz Corona-konform

Es ist kalt an diesem Sonnabend kurz vor Weihnachten. Durch den Innenhof an der Treuenbrietzener Straße 2 im Märkischen Viertel weht ein scharfer Wind. Niemand ist draußen zu sehen. Gegen 14 Uhr ist plötzlich was los. Ein Lkw fährt vor, auf seiner Ladefläche befindet sich eine kleine Bühne. Drei Musiker*innen klettern hinauf, der Soundcheck beginnt. Gitarrenklänge schallen über den Hof, es ertönt eine Frauenstimme: „Liebe Mieterinnen und Mieter, wir möchten euch heute mit einem kleinen Konzert erfreuen“, verkündet Doreen D`Orville durchs Mikrofon. Die junge Frau gehört zu „King Street“, der Band, die hier gleich spielen wird. 

Um 15 Uhr geht es los. Es ist ein besonderes Konzert, denn die Zuschauer*innen kommen nicht vor der Bühne zusammen, wie sonst bei Konzerten üblich. Sie genießen die Musik von ihren Fenstern oder Balkonen aus. Eingeladen sind alle, deren Wohnungen an den Hof angrenzen. Und die Bewohner*innen nehmen das Angebot gerne wahr: Während einige klatschen und winken, sind andere nur hinter den Gardinen zu erahnen. Egal, wie der Musik gelauscht wird: Alle halten sich vorbildlich an die Kontaktbeschränkungen. „Schickt uns mal etwas Wärme herunter“, ruft D`Orville ins Mikrofon. „Ganz schön kalt hier unten.“ 

Dann schallt „Let it snow“ von der Bühne über den Hof und hinauf zum Publikum. Mckinley Black, Sängerin von „King Street“, singt mit eindringlicher Stimme, begleitet wird sie von ihrem Bandkollegen Vladimir Spiridonov an der Gitarre. Im Hintergrund ist Doreen D`Orville zu hören. Die Zuschauer*innen klatschen, einige pfeifen vor Freude. Die Band hat Kraft und gute Laune, der Funke springt über. Nach einer halben Stunde ist das Weihnachtskonzert vorbei, die Künstler*innen verabschieden sich und ziehen weiter. Denn an diesem Nachmittag wollen sie noch ein weiteres Konzert im Märkischen Viertel geben. Später wird noch der Potsdamer Musiker Robert Bernier einige Songs vortragen, ebenfalls von einem Lkw aus, der weitere Innenhöfe des Quartiers anfährt. 

Die GESOBAU hat diese vorweihnachtliche Überraschung für ihre Mieter*innen organisiert. Annika Schatz kümmert sich bei der Wohnungsbaugesellschaft um Veranstaltungen. Sie sagt, dass es darum gehe, den Menschen etwas Freude in die von Corona überschattete Weihnachtszeit zu bringen. „Wir wollen ein Gemeinschaftsgefühl schaffen, auch wenn persönliche Begegnungen gerade kaum möglich sind.“ Die Anwohner*innen wurden per Hausaushang informiert. „Wir haben darum gebeten, das Konzert von der Wohnung aus zu verfolgen, damit es unten auf dem Hof wegen der Ansteckungsgefahr mit Corona keine Menschenansammlung gibt“, sagt Schatz. 

Unter diesen Bedingungen ist es nicht ganz so einfach, in Stimmung zu kommen. Den Musiker*innen gelingt es trotzdem, Energie über den Hof, zu den Anwohner*innen und in den Winterhimmel zu schicken. Es sei eben eine außergewöhnliche Vorweihnachtszeit, erklärt Doreen D`Orville. Während ihre Band früher in den Wochen vor Weihnachten mit einer American Christmas Show in vielen Kulturhäusern aufgetreten sei, gebe es dieses Jahr nun diese kleinen Konzerte. „Wir sind sehr froh, dass wir den Menschen auf diese Weise etwas Freude und Wärme schenken können“, sagt sie.


Autorin: Regina Köhler

Aufmacherbild: Verena Brüning


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