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Bäume für eine starke Nachbarschaft

Männer sollen in ihrem Leben ein Haus bauen, ein Kind zeugen und einen Baum pflanzen. Das zumindest besagt eine alte Tradition. Bäume gepflanzt haben die fünf Mitglieder des Mieterbeirates kürzlich in der Pankower Crusemarkstraße reichlich. Zehn Schwedische Mehlbeeren verschönern seit Mai die Einbahnstraße am Schlosspark und zeigen: Hier engagiert sich jemand für das Wohngebiet! Und das mit Herzblut.

Es ist der erste Mieterbeirat der GESOBAU, den es in der Crusemarkstraße gibt. Während einzelne Mieter eines Hauses direkt ihre Kandidatur erklärt hatten, ging es in anderen Häusern schon vor der Wahl im Sommer 2013 demokratisch zu: „Bei uns in der unmittelbaren Nachbarschaft hatten wir uns zuvor darauf geeinigt, wer es machen kann“, erzählt der Zweite Sprecher Jirka Grahl, der mit vier Jahren Mietverhältnis noch die jüngste Vergangenheit in der Crusemarkstraße hat. Dr. Andreas Förster wohnt hingegen schon seit 1988 in der Straße, seitdem hatte es ihn nicht wieder weggezogen. Im Gegenteil, jetzt möchte er sich intensiver in seinem Wohngebiet engagieren: „Ich möchte Prozesse mitbestimmen und Ideen anstoßen“, erklärt Dr. Förster, der gleichzeitig Erster Sprecher des Mieterbeirats ist. Wie dieses Mitwirken genau aussehen würde, das war allen Fünfen am Anfang nicht ganz klar. „Wir wussten nicht genau, was man als Mieterbeirat wirklich bewegen kann. Die Baumaktion hat aber gezeigt, dass es eine Menge ist“, freut sich Rico Thieme. Die Gestaltung der Vorgärten und der Straße war auch Grahls Antrieb, sich im Mieterbeirat zu engagieren. „Normalerweise hätten für diese zehn Bäume 12.000 Euro an das Grünflächenamt gespendet werden müssen, aber wir haben es geschafft, dass die Stadt auf ihr Kontingent zurückgreift und sie uns kostenlos zur Verfügung stellt.“ Neben dem Aufbau einer Bank in der Straße möchte der Beirat in Zukunft auch – im Sinn der Bürgerbeteiligung – Einfluss nehmen auf den Bau des neuen Multifunktionsbades der Berliner Bäderbetriebe auf dem Gelände des Freibads Pankow in der angrenzenden Wolfshagener Straße.

Doch nicht nur Verbesserungen des Wohnumfelds wollen die Männer in Angriff nehmen. Genauso wichtig ist ihnen eine harmonische Nachbarschaft. „Mir ist wichtig, dass wir das Gemeinschaftsgefühl stärken“, begründet Heinz Dorbholz seine Motivation, im Mieterbeirat mitzuwirken. Hartmut Losch nickt zustimmend und sagt, dass man früher niemanden gekannt habe: „Aber das ist heute anders.“ In jedem Hauseingang hängt eine Übersicht mit den Namen und Kontaktdaten des Mieterbeirates. Der Briefkasten am Haus der Crusemarkstraße 20 soll die Bewohner dazu einladen, ihre Sorgen und Probleme loszuwerden. Auch Nachbarschaftsstreits seien ein Thema, sagt Dorbholz: „Es gibt Konflikte.“ In solchen Fällen sucht der Beirat mit den Streitparteien das Gespräch und versucht zu vermitteln. „Insgesamt gibt es aber wenige Anliegen, die die Mieter direkt an den Beirat herantragen, was für ihre grundsätzliche Zufriedenheit spricht“, schlussfolgert Dr. Andreas Förster.

Regelmäßig setzen sich die fünf Mitglieder des Mieterbeirates mit der GESOBAU und den Hausmeistern zusammen und besprechen gemeinsam ihre Anliegen. Dabei geht es neben der Gestaltung der Vorgärten zum Beispiel auch um Themen wie die Müllabfuhr oder Hausreinigung. Probleme gebe es beim Austausch mit der GESOBAU jedoch nie, „die Zusammenarbeit klappt sehr gut“, sagt Dr. Förster. Auch bei ihrer nächsten großen Aktion kann der Mieterbeirat Crusemarkstraße auf die GESOBAU zählen: Am 5. September 2015 von 14 bis 17 Uhr soll es erstmals das „Mehlbeerenfest“, ein Straßenfest in der Crusemarkstraße geben – von Bewohnern für Bewohner. Die GESOBAU unterstützt das Fest finanziell und stellt Tische und Bänke zur Verfügung, auch der angrenzende Kiezladen von Nicola Puell, das Café Canapé von Maren Ludewig, der kürzlich eröffnete Kosmetikladen von Lucia Kohn, die Puppenspielerin Renate Mladenov und die Musikschule Béla Bartók am Schlosspark werden sich beteiligen. Die Gemeinschaft zu stärken, das sei auch hier wieder das Ziel, sagt Heinz Dorbholz, der die Koordination des Straßenfestes übernommen hat: „Es ist immer schön, wenn man sich für die Gemeinschaft engagieren kann.

Von Susanne Stöcker,
28.08.2015

Mehlbeerenfest

Am 5. September 2015 von 14 bis 17 Uhr findet erstmals das „Mehlbeerenfest“, ein Straßenfest in der Crusemarkstraße, statt (am Mittelknick, Hausnummer 20). Neben Gegrilltem und Getränken ist auch ein Rahmenprogramm geplant: Die Crusemark-Kinder können sich auf einen Auftritt der Puppenspielerin Renate Mladenov (“Pünktchen” im DDRKinderfernsehen) freuen, auch ein Gastbeitrag der Musikschule am Schlosspark wird erwartet. Außerdem veranstaltet der Kiezladen eine Verlosung mit tollen Preisen. Darüber hinaus ist eine kleine Ausstellung geplant, die Bilder, Zeitungsartikel oder andere Dokumente zur Crusemarkstraße zeigt.