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Alte Liebe rostet nicht

Die GESOBAU hat die Cité Wedding erworben. Darüber freut sich Dominique Mochez ganz besonders.

Fast wie damals«, sagt Dominique Mochez über die Cité Wedding und fügt noch hinzu: »Zumindest äußerlich.« Denn in der Londoner Straße 30 sowie in der Themsestraße 1, 3, 4, 6, 8 und 10 wird heute nicht mehr französisch, sondern überwiegend deutsch gesprochen. Und noch eine, ganz aktuelle Veränderung gibt es. Seit dem 1. Juni 2015 gehören die sieben Häuser mit 84 Wohnungen, die in den Jahren 1960 bis 1969 von den französischen Alliierten für ihre Bediensteten gebaut worden waren, zur GESOBAU. Sie hat das Areal von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erworben.

Jetzt wird die Cité Wedding von Dominique Mochez betreut. Der gebürtige Franzose arbeitet seit 31 Jahren bei der GESOBAU. 17 Jahre lang war er Hausmeister, seit 15 Jahren ist er Objektbetreuer für inzwischen mehr als 30 Wohngebäude im Wedding. Die Cité Wedding kennt er allerdings bereits seit 35 Jahren. »Als ich mit 19 im Rahmen meines Militärdienstes nach Berlin kam, bin ich Patrouille entlang der Berliner Mauer gefahren.« Seine Kaserne lag am Kurt-Schumacher-Platz. Und sein Chef, einer der Offiziere, wohnte mit seiner Familie in der nur wenige hundert Meter entfernten Cité Wedding. »Ich war also oft hier, habe ihn abgeholt und nach Hause gebracht.« Und ja, das sei damals schon ein nobles Viertel gewesen. Ruhig, dennoch verkehrsgünstig. Sauber, mit viel Grün und großen, schmucken Wohnungen. »Unseren Offizieren ging es hier richtig gut«, erinnert sich Mochez. »Sie bezogen voll eingerichtete Appartements, wohnten mietfrei, hatten Garagen und auch rundherum eine gute Infrastruktur.« So zum Beispiel gleich nebenan das ehemalige französische Kulturzentrum. Heute heißt es »Centre Français de Berlin«, kurz CFB, beherbergt ein Hotel, ein Restaurant mit französischer Küche und ein kleines Kino (S. 28/29). Davor verbreitet der Eiffelturm en miniature französisches Feeling. In der Cité Wedding selbst erinnert nur noch wenig an die damalige Ära. Mochez zeigt ein eher verstecktes Schild an der Hauswand in der Themsestraße 1. Es bittet darum, die Anlage sauber zu halten und den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. »In der Themsestraße 4 war damals die Gendarmerie ansässig. Da stand immer dann ein Besuch an, wenn ich mal zu schnell unterwegs war. Knöllchen inklusive«, erzählt der 54-Jährige in Berliner Mundart gemischt mit seinem französischen Akzent.

Einmal Berlin, immer Berlin
Der junge Soldat Mochez mochte schon damals das trubelige Berlin und blieb. 20 Jahre lang habe er gleich hier um die Ecke gewohnt, berichtet er und fügt hinzu, dass der Wedding viel besser sei als sein Ruf. »Es gibt viele grüne Oasen und wer das pralle Leben mag, findet es hier auch.« Seine ganz private Lieblingsecke: der Schillerpark. »Hier war ich täglich mehrmals mit dem Hund unterwegs und konnte auftanken.« Weil der GESOBAU-Objektbetreuer selbst lange Zeit im Wedding wohnte und weil er täglich nach »seinen Häusern« schaut, sei er überall bekannt wie ein bunter Hund. Auch die meisten Mieter der Cité Wedding, wo er immer montags im Einsatz ist, kennen ihn bereits. »Beim Anbringen der neuen Schilder habe ich mich persönlich bei den Bewohnern vorgestellt«, sagt er. Die Objektbetreuung der Cité Wedding habe er sehr gerne übernommen. Weil er seinen Job und auch neue Herausforderungen mag. Und vielleicht auch ein bisschen aus Nostalgie. Ein französisches Sprichwort sagt, dass man immer wieder zu seiner ersten Liebe zurückkehrt: On revient toujours à ses premières amours.


Text: Kathleen Köhler, Fotos: Lia Darjes

Von Susanne Stöcker,
22.09.2015