Zukunft verbessern

Die Kinder von heute sind die Mieter von morgen. Was brauchen junge Menschen, um sich in einem Stadtteil wohlzufühlen? Mit der ersten Kinder- und Jugendstudie im Märkischen Viertel hat die GESOBAU direkt nachgefragt.

Eine wichtige Erkenntnis aus unseren regelmäßigen Mieterbefragungen ist, dass der Wunsch nach Jugendtreffpunkten und Sportmöglichkeiten für Jugendliche bei den Eltern stark ist (S. 26). Besonders im Märkischen Viertel ist der Bedarf hoch, hier leben etwa 7.000 Kinder und Jugendliche. Der Stadtteil ist gekennzeichnet durch eine hohe Bevölkerungsdichte, der Anteil an Kindern und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung ist überdurchschnittlich hoch.

ERSTE KINDER- UND JUGENDSTUDIE

Um die Situation zu verbessern und einen Einblick in die Lebens- und Freizeitsituation von Jugendlichen im Märkischen Viertel zu erhalten, hat die GESOBAU 2015 die erste Jugendstudie im Märkischen Viertel durchgeführt. Eine genauere Differenzierung der Interessen und Bedürfnisse unserer Mieterkinder war bisher nicht möglich, da Kinder und Jugendliche nicht zum Adressatenkreis der Mieterbefragungen gehörten. Mit der Jugendstudie zeichnet die GESOBAU nicht nur ein aktuelles Bild der jungen Generation und gibt Anstöße für die Weiterentwicklung von Angeboten, sie bildet auch die Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit mit dem Leben im Stadtteil ab. Die Jugendstudie stützt sich auf eine zufällige Stichprobe von Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren und deren Eltern, die vom Institut für Markt- und Medienforschung Berlin zu ihrer Lebenssituation, ihren Einstellungen und ihren Perspektiven befragt wurden. Die Erhebung fand auf Grundlage eines standardisierten Fragebogens im Zeitraum von Juni bis November 2015 statt. Im Rahmen einer ergänzenden qualitativen Studie wurden zwei- bis dreistündige vertiefende Interviews mit Jugendlichen und Eltern dieser Altersgruppe durchgeführt und Problemfelder erarbeitet. Durch die gute soziodemografische Durchmischung der Befragungsteilnehmer lassen sich klare Tendenzen im Meinungsbild von Jugendlichen und Eltern im Märkischen Viertel ermitteln.

ANSÄTZE FÜR VERBESSERUNGEN

Die Jugendstudie lässt einige Ansätze für Verbesserungen erkennen und greift Tendenzen auf, die Denkund Diskussionsprozesse anstoßen werden. Bezüglich der Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche sehen die Eltern eine hohe Kompetenz bei der GESOBAU. Insgesamt stimmt das Ergebnis optimistisch und bildet eine gute Grundlage für die Weiterentwicklung von Angeboten, die den Heranwachsenden im Märkischen Viertel auch in Zukunft gerecht werden können und von denen auch die nachfolgende Generation profitiert.

Jugendliche leben gerne im MV

• Die Mehrheit der Jugendlichen empfindet das Leben im Märkischen Viertel als gut. Freundschaften, Familie und Geschwister sind ihnen sehr wichtig.

 • Kritisch sehen die 10- bis 17-Jährigen und deren Eltern Defizite bei alters- und zielgruppengerechten Kultur-, Freizeit- und Sportangeboten sowie Einkaufsmöglichkeiten. Die Angst vor Auseinandersetzungen mit gewaltbereiten Jugendlichen führt zu Unsicherheit. Auch mit Lärm, Dreck und ungepflegten Freizeitanlagen haben die Jugendlichen ein Problem.

• Die durchschnittliche Wohndauer der befragten Eltern liegt bei 13 Jahren.

• Ein Drittel besucht regelmäßig einen Sportverein. Die meisten Jugendlichen verspüren keine Langeweile, dennoch werden die Freizeitangebote im Viertel eher durchschnittlich bewertet.

• Durchschnittlich zehn Stunden verbringen die Jugendlichen in der Woche mit Medienkonsum. Die verbleibenden Freizeitstunden gehören Freunden und der Familie.

• Die Höhe des Taschengeldes entspricht in etwa den allgemein empfohlenen Taschengeldbeträgen. Die Jugendlichen sehen ihrer Zukunft insgesamt optimistisch entgegen und beurteilen sich selbst überwiegend als sehr selbstständig.

• Auch das Zusammenleben im Viertel wird positiv bewertet. Der Herkunftstmix von Freunden und deren Eltern könnte dazu beitragen, denn das Märkische Viertel wird als toleranter Wohn- und Lebensort beurteilt.

Von Gesobau,
22.03.2016