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Weißensee rettet die Welt

Gemeinsam gegen die Erderwärmung: Beim Bildungsverein solar e.V. erarbeiten Nachbarn aus Weißensee ganz praktische Vorschläge fürs »prima Klima«.

Manche Leute denken, sie sollen ihre Linsen künftig nur noch halbgekocht essen«, sagt Tanja Weiße. »Das ist natürlich Quatsch.« Klar ließe sich damit Energie sparen. Aber das ist es nicht, was Weiße meint, wenn sie von umweltfreundlicher Ernährung spricht. »Da geht es darum, wo die Produkte hergestellt werden, die wir essen. Ob das Gemüse ist, das in der Region angebaut wird. Oder ob das Lebensmittel sind, die vielleicht schon mit dem Flugzeug transportiert wurden, bevor sie bei uns auf dem Teller landen«, erläutert sie.

Welche Gerichte klimaschonend zuzubereiten sind, will sie in einem Koch-Workshop im Weißenseer Kultur- und Bildungszentrum Raoul Wallenberg (KuBiZ) vermitteln. In einem von acht geplanten Workshops im Rahmen des Projekts »Prima Klima in Weißensee«, das der im KubiZ ansässige solar e. V. auf die Beine gestellt hat. »Wir wollen herausfinden, was wir in unserem Alltag und in unserem Stadtteil für den Klimaschutz tun können, wie wir Ressourcen schonen können«, sagt Tanja Weiße, die das Projekt koordiniert.

Als Verein der politischen Bildungsarbeit beschäftigt sich der solar e. V. schon seit Jahren mit Umweltthemen. »Das Klimaproblem wird immer drängender. Wir wollten da unbedingt etwas tun«, erzählt Weiße. Die Menschen aus der Nachbarschaft aktivieren. Das ist jetzt möglich. Dank einer Finanzspritze des Bundesumweltministeriums. Über dessen Programm »Kurze Wege für den Klimaschutz« bekommt der Verein zwei Jahre lang Fördermittel für sein Projekt. »Wir wollen den Leuten aber nicht einfach etwas Fertiges vorsetzen«, sagt Weiße. »Kreativ und gemeinschaftlich, das ist unser Anspruch. Wer mag, kann bei der Projektentwicklung mithelfen, eigene Ideen einbringen.« Erste Gelegenheit dazu gibt es bei zwei Workshops, bei denen ein Projekt-Logo entworfen und ein Web-Blog konzipiert werden soll. »Da lernen die Teilnehmer auch ganz nebenbei, wie man Internetseiten baut.«

Danach gibt es acht Tagesworkshops. Eine Expertin erklärt, wie man sich selbst ein Lastenrad bauen kann. An einem anderen Tag dreht sich alles um die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserkreislauf. Oder darum, wie man umweltfreundlich mobil sein kann. »E-Mobilität, Radfahren, Carsharing«, umreißt Tanja Weiße das Themenfeld. In der »Klima(zukunfts-)werkstatt« sollen dann konkrete Projekte für den Kiez erarbeitet werden.

Eine Klimaschutz-Ausstellung will der solar e. V. bis zum Frühjahr 2018 zusammenstellen, Aktionstage an Schulen sind geplant. In Zusammenarbeit mit der Weißenseer Tanzwerkstatt »no limit« können Jugendliche ein Theaterstück zum Klimaschutz entwickeln. Mit dem Filmprojekt »Klimadetektive« sollen Kinder von 9 bis 14 Jahren ins Projekt einbezogen werden. »Die Kids sollen ihren Kiez erkunden – wo gibt es Bienenkästen und Gartenprojekte, wo zu viel Verkehr«, erklärt Weiße. Den Film später an die Politik weiterzureichen, schwebt der Projektkoordinatorin vor.


Prima Klima Weißensee: Projektbüro »Klima-Point« KuBiZ, Bernkasteler Str. 78, Weißensee – www.solarev.org

Eröffnung des Büros mit Party, 2.11., 16 Uhr Beratung ab 9.11., Do. 16–18:30 Uhr

Nächster Workshop: Konzeption des Web-Blogs, 5.11., 17–20 Uhr

Die Workshops sind kostenlos und stehen allen interessierten Weißenseern sowie Menschen aus den umliegenden Stadtteilen offen.


Text: Katrin Starke
Foto: solar e.V.

 

Von peter.polzer,
26.09.2017