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Und nun zum Wetter

2017 war nass und stürmisch: Wiederholter Starkregen und das Sturmtief Xavier haben Berliner Eigentümer, Vermieter und Mieter gleichermaßen auf Trab gehalten. Am Ende der Aufräumarbeiten bleibt die Frage: Wer kommt in solchen Fällen für die Schäden auf?

 

 Regen und Überschwemmung

 

Gebäude- und Grundstücksschäden: Der Eigentümer/Vermieter ist grundsätzlich für die Beseitigung von Schäden, die an dem Grundstück und dem Gebäude entstanden sind, verantwortlich. Trifft den Mieter an der Schadensentstehung ein Verschulden (bspw. eindringendes Regenwasser über »gekipptes Fenster«), dann tritt hierfür seine Haftpflichtversicherung ein.

Schäden an Mietereigentum: Sind durch eindringendes Regenwasser auch Schäden an dem Wohnungsinventar des Mieters entstanden oder ist der Keller überschwemmt und dadurch das im Keller eingelagerte Eigentum des Mieters beschädigt oder zerstört worden, so hat der Mieter die Schäden an seinem Eigentum in Fällen höherer Gewalt oder eigenem Verschulden selbst zu tragen. Eine Hausratversicherung (unter Einschluss der Elementargefahren) kommt für Schäden am Mietereigentum, die durch Überschwemmung verursacht worden sind, auf.

 

 

Sturm

 

Ab Windstärke 8 spricht man von einem Sturm. Sturmtief Xavier tobte sogar mit Orkanböen bis Windstärke 12. Die Folgen solcher stürmischen Winde können versichert werden.

Gebäude- und Grundstücksschäden: Auch hier ist grundsätzlich der Eigentümer/Vermieter für die Beseitigung der Schäden, die an dem Grundstück und an dem Gebäude entstanden sind, verantwortlich. Trifft den Mieter ein Verschulden an der Schadensentstehung (z. B. herabfallende Blumentöpfe, die Schäden am Gebäude/Grundstück verursachen), so tritt seine Haftpflichtversicherung für ihn ein.

Schäden an Mietereigentum: Mögliche Schäden am Wohnungsinventar (bspw. Möbel, die durch eintretendes Regenwasser aufgrund einer durch den Sturm zerbrochenen Fensterscheibe durchnässt werden) hat der Mieter grundsätzlich selbst zu tragen. Hier greift im Regelfall eine Hausratversicherung ein. Schäden am Pkw des Mieters, die durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste entstanden sind, trägt in Fällen höherer Gewalt der Mieter bzw. dessen Kaskoversicherung.

 

 

Versicherungen im Überblick

 

Die Auswirkungen solcher Naturereignisse werden als »höhere Gewalt« bezeichnet mit der Folge, dass jeder grundsätzlich für die eigenen Schäden selbst einzustehen hat – der Eigentümer für Gebäude- und Grundstücksschäden, der Mieter für Schäden an seinem Eigentum. Mieter sind mit einer Hausratversicherung (unter Einschluss von Elementargefahren) und einer Haftpflichtversicherung gegen eine Vielzahl von Risiken abgesichert.

Die Hausratversicherung deckt Schäden ab, die an dem Mietereigentum durch Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser oder Einbruch entstanden sind. Will der Mieter sein Eigentum zusätzlich gegen Gefahren durch Überschwemmung versichern, so muss er diese Gefahr explizit einschließen lassen.

Die Haftpflichtversicherung übernimmt Schäden, die der Versicherungsnehmer (Eigentümer/Vermieter oder Mieter) an Rechtsgütern Dritter schuldhaft verursacht hat.

Die Wohngebäudeversicherung übernimmt im Regelfall Schäden am Grundstück, Gebäude oder an Gebäudeteilen, die durch Feuer (Brand, Blitzschlag, Explosion), Sturm und Hagel sowie Leitungswasser inkl. Rohrbruch entstanden sind. Durch eine zusätzliche Elementarschadenpolice werden Schäden am Grundstück-, Gebäude oder an Gebäudeteilen ersetzt, die durch Überschwemmung, witterungsbedingten Rückstau, Erdbeben, Schneedruck etc. entstanden sind.

Von peter.polzer,
13.12.2017