Sie sind jetzt hier:

Home / Ihr Kiez /

Streicheleinheiten für die Seele

Schnurrende Therapie: Die GESOBAU-Stiftung übergibt einen kuscheligen Hightech-Gefährten an ein Seniorenheim im Märkischen Viertel.

Haustiere tun gut. Das ist keine Binsenweisheit, sondern längst wissenschaftlich belegt. Insbesondere für einsame und ältere Menschen ist der Kontakt zu Hund oder Katze gesundheitsfördernd, schon das Streicheln senkt Blutdruck und Herzfrequenz. Was aber, wenn das Halten eines eigenen Tieres nicht mehr möglich ist? Bei dieser Fragestellung stieß das Projekt Pflege@Quartier, das im Märkischen Viertel technische Innovationen für Pflegebedürftige testet, auf eine innovative Lösung. Auch wenn diese auf den ersten Blick etwas skurril anmuten mag.

 

Das »Companion Pet«, ein interaktiver, beinahe lebensechter Katzenroboter des amerikanischen Spielzeugherstellers Hasbro, hat ein kuscheliges Fell und diverse eingebaute Sensoren. Streichelt man die Roboterkatze an der linken Wange, neigt sie ihren Kopf in diese Richtung. Außerdem schnurrt sie bei Streicheleinheiten auf dem Hinterkopf und kann sich sogar auf den Rücken drehen, um am Bauch gekrault zu werden. Besonders für demenzkranke Senioren kann so ein Gefährte entspannte Momente bringen und alte Erinnerungen wachrufen.

 

Die GESOBAU-Stiftung, die soziale Projekte in den Wohngebieten der GESOBAU fördert, hat diese Idee zusammen mit dem Netzwerk Märkisches Viertel e.V. aufgegriffen und die ersten von zehn »Katzen« an die Wohngemeinschaft am Wilhelmsruher Damm 198 und die Alloheim-Senioren-Residenz übergeben. Für Patrick Mai, der die soziale Betreuung im Alloheim leitet, ein großer Gewinn: »Sie ist ein spielerisches, therapeutisches Instrument, um unseren pflegebedürftigen Bewohnern Freude zu bereiten, sie zu aktivieren und auch zu entspannen.« Das glückliche Gesicht einer schmusenden Se-n-i-or-in unterstreicht diese Beobachtung. Weitere interaktive »Companions« werden an andere Senioreneinrichtungen im Märkischen Viertel und in Pankow gestiftet.


Text: Ralf Budde

Von peter.polzer,
28.03.2018