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Lautstärke

Viele Dinge werden im Alltag vorausgesetzt – auch beim Thema Wohnen. In unserer Serie geben wir wertvolle Tipps von A bis Z.

Wenn  wir von Zimmerlautstärke sprechen, wissen wir sofort, was gemeint ist. Allein an einer präzisen Definition für den Begriff mangelt es. Genau hier liegt das Problem: Trotz allgemeinem Konsens über die Bedeutung, gibt es keinen häufigeren Grund für Nachbarschaftsstreitigkeiten als Lärmbelästigung. Das kommt vor allem dadurch, dass die Wahrnehmung von Geräuschen und der Stresspegel bei jedem Menschen unterschiedlich sind. Zimmerlautstark sind nach aktuellem Mietrecht Geräusche, die in den angrenzenden Wohnungen nur geringfügig zu hören sind. Doch was bedeutet »geringfügig«? Was für den einen schon eine Belästigung ist, ist für den anderen nur ein normales Hintergrundgeräusch. Gerade in einem Mehrfamilienhaus ist es daher wichtig, auch auf die Empfindungen der Nachbarn Rücksicht zu nehmen.

Ruhezeiten einhalten
Ist die Zimmerlautstärke etwas flexibler auszulegen: Die Ruhezeiten sind klar definiert. Von 13 bis 15 Uhr ist Mittagsruhe, von 20 bis 7 Uhr Nachtruhe, an Sonn- und Feiertagen ist Ruhe ebenfalls obers-tes Gebot. Natürlich möchte niemand auf einen lauschigen Sommerabend mit Freunden auf dem Balkon verzichten müssen – doch auch hier sollte die sogenannte Zimmerlautstärke eingehalten werden, damit sich der von der Spätschicht kommende Nachbar oder das schlafende Kind nicht gestört fühlen.

Wie viel Kinderlärm ist erlaubt?
Kinderlärm sollte kein Grund für Gerichtsurteile sein. Doch in keinem anderen Land gibt es so viele Klagen wegen Ruhestörungen durch Kinder und Jugendliche wie in Deutschland. Was Kinder dürfen und was als unzumutbar gilt, ist dabei jedoch schwer auszumachen, eine allgemeine gesetzliche Regelung zu von Kindern und Jugendlichen verursachtem Lärm gibt es nicht. Wer könnte schon Grenzwerte für das Schreien von Säuglingen definieren? Und wie kann man von Babys verlangen, dass sie sich an Ruhezeiten halten? Häufig sind es doch die Eltern selbst, die sich am meisten wünschen, dass ihr Kind aufhört zu schreien. Da müssen sich auch die Nachbarn mit dem Weinen und Schreien der Kleinen abfinden – auch nachts.

Bei Kinderlärm gilt allgemein eine »erweiterte Toleranzgrenze«. Größtenteils  sind die Gerichte auf der Seite der Kinder. Selbstverständlich dürfen und sollen Kinder in der Wohnung spielen. Typische Lärmbeeinträchtigungen durch spielende Kinder und die Unruhe, die infolge ihres Spiel- oder Bewegungstriebes entsteht, sind von den Bewohnern zu akzeptieren. Auch wenn Kinder und Jugendliche in der Wohnung hüpfen und laute Musik machen, sehen die Gerichte das noch als »natürliche Lebensäußerungen« an, wenn es nicht absichtlich mit dem Ziel der Ruhestörung geschieht. Auch laute Ermahnungen der Eltern sind zu tolerieren. In den definierten Ruhezeiten müssen Eltern jedoch dafür Sorge tragen, dass sich ihre Kinder in dieser Zeit möglichst ruhig verhalten. Ist beispielsweise das Getrampel der Kinder zu laut, helfen spezielle Spielteppiche mit Trittschalldämmung. Während das Spielen in der Wohnung und auf dem Hof erlaubt ist, gelten für das Treppenhaus und die Aufzüge hingegen andere Regeln. Wird das Haus außerhalb der Wohnung zum Spielplatz umfunktioniert, der Aufzug für Spaßfahrten genutzt, sind Einwände der Nachbarn berechtigt.

Musizieren in den vier Wänden
Auch musikalische Anfänger, die die Ohren mit ihren Künsten noch strapazieren, dürfen täglich ihr Instrument üben. Je nach Instrument ist der Lärmpegel natürlich unterschiedlich hoch, ein Schlagzeug führt schneller zur Lärmbelästigung als eine normale Gitarre – das sollte bei der Dauer der Übungseinheit beachtet werden. Etwas anders sieht es bei elektronisch verstärkten und daher in ihrer Lautstärke regulierbaren Instrumente (E-Gitarre) aus: Diese müssen immer auf Zimmerlautstärke eingestellt werden. Für sie greifen die gleichen Bestimmungen, die grundsätzlich für aus der Wohnung dringende Geräusche gelten.

Für alle Instrumtente gilt: Ruhezeiten sollte man generell einhalten, und auch außerhalb der Ruhezeiten ist rücksichtsloses Lärmen verboten. Die Nachtruhe zwischen 20 und 7 Uhr ist besonders geschützt. Hier darf außerhalb der Wohnung keine Musik zu hören sein.

Von Gesobau,
15.06.2015