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»Ich habe immer ein offenes Ohr«

Auf einen Kaffee mit: Hausmeister Volker Tiedemann-Lux. Er kümmert sich um die kleinen und großen Sorgen von rund 600 Mietparteien im Märkischen Viertel. Was steht täglich an?

Wie läuft ein typischer Arbeitstag ab?

Er beginnt mit einem kurzen Arbeitsweg, da ich selbst in einem der Häuser am Eichhorster Weg wohne. In der ersten halben Stunde verschaffe ich mir im Büro einen Überblick über die eingegangenen Meldungen. Dann gehe ich zu den Mietern und schätze die Schäden ein, um die Reparaturaufträge auszuschreiben. Zwischendurch heißt es immer mal: stehen bleiben und Geschichten hören. Die Nachbarn kennen mich, manche erzählen dann eben von ihren kleinen Wehwehchen – ich habe da immer gerne ein offenes Ohr.

Was sind die häufigsten Probleme?

Manchmal frage ich mich bei den vielen Kleinigkeiten selbst am Ende des Tages: »Was hast du heute alles gemacht?« Aber natürlich gibt es Klassiker: Das Fenster ist undicht, die Tür klemmt – oder in der anstehenden Heizperiode: Die Heizkörper werden nicht richtig warm.

Gibt es auch Meldungen, bei denen Sie nichts unternehmen können?

Ich darf die Reparaturen aus versicherungsrechtlichen Gründen zwar nicht sofort selbst ausführen, kann aber meist zeitnah helfen. Wenn sich die Bewohner aber darüber beschweren, dass die Nachbarn die Türen zu doll zuschmeißen oder die Kinder von oben zu laut sind, dann kann ich wirklich nichts machen.

Sicherlich gibt es hier und da auch mal skurrile Anfragen.

Ein Mieter rief mal an, weil er seine Konservendose nicht aufbekam. Ich hab dann zwar geholfen, aber das wirklich Unglaubliche war, dass der Mieter auch noch Polizei und Feuerwehr gerufen hatte. Zum Glück war ich schneller und konnte Entwarnung geben.

Hilft, wo er kann: Das Revier von Volker Tiede-mann-Lux (58) liegt zwischen Wilhelmsruher Damm und Eichhorster Weg.


Interview: Marten Misch
Foto: Daniel Devecioglu

Von peter.polzer,
26.09.2017