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Fußball-Tricks und Werte für junge Kicker

Bei der 30. Fußballferienwoche des SV Blau-Gelb Berlin e.V. in Weißensee drehte sich nach Ostern alles um den Ball. Die GESOBAU unterstützt die Vereinsarbeit bereits seit zehn Jahren.

Beim SV Blau-Gelb finden sich nach und nach die Helfer ein, schnappen sich eine Tasse Kaffee und ein Brötchen. Es ist 8 Uhr am Freitagmorgen, dem letzten Tag der Fußballferienschule, und dieser beginnt wie gewohnt mit dem Trainer-Frühstück. Im Vereinszimmer hängen Bilder der Mannschaften seit DDR-Zeiten, Wappen und Wände sind selbstverständlich in Blau und Gelb gehalten – der Vereinsname ist Programm.

Beim Trainerfrühstück wird der Tagesablauf besprochen, dann kommen ab 9 Uhr die 55 Kinder und Jugendlichen, die in diesem Jahr dabei sind. Zunächst geht es in die Halle, dann auf den Platz auf dem Gelände der ehemaligen Trab- und Radrennbahn in Weißensee. Dort lernen die in Gruppen eingeteilten Teilnehmer jeden Tag bei einem anderen Trainer Tricks und Kniffe in einem Spezialgebiet. Mal geht es um eine bestimmte Technik, mal um Koordination. Mittags treffen sich alle zum täglich frisch gekochten Essen.

Bild oben:
Das ehrenamtliche Trainer- und Küchenteam des SV Blau-Gelb Berlin e.V. hat die 30. Fußballferienschule auf die Beine gestellt.

Auch wenn der Boden am frühen Freitagmorgen noch von Frost überdeckt ist, verspricht die Sonne einen frühlingshaften Tag. „Mit dem Wetter haben wir meist Glück“, freut sich Mirko Schubert, einer der Verantwortlichen der Ferienaktion, „der erste Sonnenbrand gehört der Fußballferienschule“. Heute werden die Lernerfolge der Woche bei Wettkämpfen unter Beweis gestellt. Die Gewinner dürfen sich über Pokale und Ehrungen freuen. Danach wird die Fußballwoche mit dem Abschlussgrillen abgerundet.

Ehrenamtliche nutzen Urlaub und Ferien zum Helfen

„Unser Team besteht aus zehn Trainern, sechs Helfern in der Küche und uns zwei aus dem Vorstand“, sagt Schubert, der seit rund 20 Jahren im Verein aktiv und seit 2011 im Vorstand ist. Bei der Fußballferienschule ist er vor allem für das sportliche Programm zuständig, sein Vereinskollege Olaf Herzig kümmert sich um die Organisation. Früher fand die Fußballferienschule an Ostern und in den Herbstferien statt, mittlerweile nur noch einmal im Jahr. „Es fällt uns zum Glück nicht schwer Helfer zu finden, doch zweimal im Jahr wäre einfach zu viel“, bemerkt Schubert. Die Helfer arbeiten alle ehrenamtlich und nehmen für die Fußballferienschule extra Urlaub. Viele der Trainer sind Jugendliche, die ihre Ferien für das Training der Jüngeren nutzen. „Die Ferienaktion ist ein fest etabliertes Event, auf das sich viele Helfer schon freuen“, so Herzig und fügt hinzu: „Das Engagement und der Zusammenhalt sind groß.“

Für die Fußballferienschule können sich alle Kinder anmelden, unabhängig von Vereinszugehörigkeit oder sozialem Hintergrund. „Wir haben Vergünstigungen für Geschwisterkinder und auch Kinder aus Gemeinschafts- und Notunterkünften bekommen die Möglichkeit, an der Ferienaktion teilzunehmen“, erklärt Organisator Olaf Herzig. Die Anmeldung läuft im Januar und Februar über die Homepage des Vereins. „Pankow ist der Bezirk mit dem höchsten Bevölkerungswachstum in Berlin und die Nachfrage dementsprechend groß“, so Herzig. Auch wenn es unzählige Sportangebote in der Umgebung gibt, ist die Vereinstreue dennoch enorm. „Viele der Kinder kommen jedes Jahr wieder, einige davon später sogar als Trainer“, so Mirko Schubert. Der Verein SV Blau-Gelb, bei dem auch Boxen, Hockey, Gewichtheben oder Allgemeinsport angeboten werden, zählt zwischen 700 und 800 Mitglieder. Die Abteilung Fußball macht mit 550 Mitgliedern, davon rund 400 Kinder und Jugendliche, den größten Teil aus.

Die Kinder seien der Mittelpunkt des Fußballvereins, doch ohne die aktiven Helfer wäre das Angebot wie die Fußballferienwoche überhaupt nicht möglich, betont Mirko Schubert im Gespräch. Die Anzahl der teilnehmenden Kinder richtet sich jedes Jahr nach der Anzahl der Trainer. Nicht mehr als zwölf Kinder pro Gruppe – das ist die Regel beim SV Blau-Gelb. „Sicherheit spielt bei uns eine wichtige Rolle“, so Schubert. Deshalb wird jede Gruppe von zwei Trainern betreut, damit alle Kinder beaufsichtigt sind, auch wenn jemand zur Toilette oder zum Verarzten muss. Auch ein Plan mit den genauen Angaben, wer sich am Tag an- und abgemeldet hat und wer alleine nach Hause gehen darf, gehört zur umfassenden Betreuung.

Eine wichtige Institution für den Bezirk

„Für viele Kinder und Jugendliche bedeutet der SV Blau-Gelb Heimat“, weiß auch Helene Böhm, die für das gesellschaftliche Engagement der GESOBAU zuständig ist. Sie ist heute beim Trainer-Frühstück zu Gast. „Wir unterstützen den Fußballverein schon seit 2008, denn er ist für die Menschen im Bezirk eine wichtige Institution.“ Jährlich findet der GESOBAU-Cup für die kleinsten Fußballer aus ganz Berlin statt. Die Arbeit der Ehrenamtlichen hält Helene Böhm für außergewöhnlich und überreicht zur diesjährigen Fußballferienschule 500 Euro als Geste der Anerkennung. Davon soll ein Großteil den Helfern zugute kommen und das mittlerweile zur Tradition geworden Schnitzelessen für die Ehrenamtlichen finanziert werden.

Es ist nicht nur die sportliche Weiterentwicklung, die bei Aktionen wie der Ferienschule im Fokus steht, es geht beim Mannschaftssport auch immer um Wertevermittlung, wie Zusammenhalt, Verantwortung und Zuverlässigkeit. Davon ist auch die langjährige Partnerschaft zwischen dem SV Blau-Gelb und der GESOBAU geprägt. „Wir sind in den Jahren zusammengewachsen und haben uns gemeinsam entwickelt“, bringt Mirko Schubert die Zusammenarbeit auf den Punkt. Helene Böhm kann dem nur beipflichten.

www.svblaugelb.de

 


Text und Foto: Julia Schattauer

Von peter.polzer,
13.04.2018