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Auf Nummer sicher

Sicherheit in Hochhäusern: Nach der Feuerkatastrophe in London stand auch der hiesige Brandschutz im Fokus. Die europaweit strengsten Regelungen schließen ein ähnliches Inferno hierzulande aus. Hinzu kommen die Vorsichtsmaßnahmen der GESOBAU.

Was gilt für Hochhäuser?
In Deutschland liegt die Hochhausgrenze bei 22 Metern (gemessen vom Boden bis zur Oberkante Fußboden des letzten Geschosses). Hier dürfen keine brennbaren Bauteile und Dämmstoffe an der Fassade verwendet werden.

Welche Wärmedämmung ist zulässig?
Seit 2008 dürfen an Hochhäusern keine brennbaren Dämmstoffe verwendet werden. Bei modernisierten und neu gebauten Hochhäusern werden daher ausschließlich nicht brennbare Dämmstoffe, z.B. Mineralwolle, eingebaut. Vor 2008 wurde, wenn überhaupt, Polystyrol (bekanntester Markenname: Styropor) als schwer entflammbares Baumaterial eingebaut. Bei der Modernisierung der Hochhäuser im Märkischen Viertel wurde ausschließlich Mineralwolle verbaut.

Was muss an der Fassade baulich beachtet werden?
Hochhäuser sind mit Mineralwolle zu dämmen. Für Häuser unter der Hochhausgrenze sind laut Brandschutzvorgaben z.B. sogenannte Brandriegel aus nicht brennbaren Materialien, die die Ausbreitung von Feuer verhindern oder zumindest verzögern, verpflichtend. Darüber hinaus sorgen vollflächige, intakte Putze oder Fassadenbekleidungen dafür, dass die Flammen erst gar nicht ans Dämmmaterial gelangen.

Welche Rettungswege sind vorgeschrieben?
Neben dem Treppenhaus muss grundsätzlich ein zweiter Rettungsweg zur Verfügung stehen. Entweder durch Anleitermöglichkeit für die Feuerwehr oder durch ein zusätzliches Treppenhaus. Alternativ kann auch ein sogenanntes »Sicherheitstreppenhaus« eingebaut sein.

Wie weit ist der Einbau von Rauchwarnmeldern?
Alle Wohnungen müssen bis 31.12.20 damit ausgestattet sein, derzeit befindet sich die GESOBAU in der Umsetzungsphase. Die GESOBAU stattet auch alle Neubauwohnungen ab 2016 mit Rauchwarnmeldern aus (obwohl es erst ab einer Baugenehmigung ab 1.1.17 verpflichtend wäre). Eine regelmäßige Funktionskontrolle der Geräte ist sichergestellt.

Muss eine bestimmte Anzahl Feuerlöscher vorhanden sein?
Die Anzahl der Feuerlöscher in GESOBAU-Häusern entspricht den strengen Bestimmungen und ist abhängig von Brandschutzkonzept und Nutzung des Gebäudes.

Wie stellt die GESOBAU aktuellen Brandschutz sicher?
Bei allen Neubauten und komplexen Modernisierungen wird durch einen Brandschutzsachverständigen ein Brandschutzkonzept erstellt, das von einem unabhängigen Prüf-Sachverständigen für Brandschutz bestätigt werden muss. Dieser Vorgang ist Voraussetzung für eine Baugenehmigung.

Im Fall des Falles:
Verhalten im Brandfall


Text: Peter Polzer

Von peter.polzer,
26.09.2017